Nach Kritik: FIA-Boss kanzelt Vettel und Hamilton ab

Sebastian Vettel und Lewis Hamilton ernten für ihre Forderungen nach mehr Mitsprache Kritik

Jean Todt hat mit Unverständnis auf die Forderungen von Sebastian Vettel und Lewis Hamilton nach mehr Mitsprache der Piloten reagiert.

"Jeder, der mit mir sprechen möchte, ob es ein Hinterbänkler oder ein Spitzenfahrer ist, kann es binnen 48 Stunden tun", wird der Präsident des Automobil-Weltverbandes FIA bei Motorsport-Total.com zitiert.

Todt, einst Teamchef von Michael Schumacher bei Ferrari, dreht den Spieß sogar um. Die Formel-1-Stars hätten zwar die Möglichkeit, bei Sitzungen der wichtigsten Gremien dabei zu sein, würden diese aber kaum wahrnehmen.

Vettel und Hamilton hatten am Rande des Spanien-GP die Einführung der neuen Aerodynamik-Regeln kritisiert. Die sollen ab 2019 zwar das Überholen erleichtern, machen die Autos aber auch etwa 1,5 Sekunden pro Runde langsamer.

Vettel: "Sollten die Entscheidungen treffen"

"Wir behaupten nicht, allwissend zu sein und haben keine Ahnung von der Technik der Autos, aber wir wissen, wie sie sich anfühlen und sich fahren", sagte Vettel und forderte: "Wir sollten die Entscheidungen treffen."

Ähnlich äußerte sich Hamilton. "In diesem Sport entwickeln wir uns technisch ständig weiter, nur um dann wieder eingebremst zu werden", sagte der Mercedes-Star.

Todt ist aber auch aus einem weiteren Grund derzeit nicht so gut auf die Fahrer zu sprechen.

Er habe deren Forderungen nach mehr Sicherheit sehr ernst genommen und sich deshalb für die Einführung des Halo eingesetzt. Dass jetzt immer mehr Stimmen laut werden, die den Cockpitschutz wieder abschaffen wollen, kann er nicht nachvollziehen.

"Fahrer haben mich gedrängt, etwas zu unternehmen, da sie sich unsicher gefühlt haben", sagte er, und nun gingen dieselben Fahrer auf die Barrikaden. "Und am Ende muss ich mir anhören: 'Das ist doch alles scheiße'", sagte Todt.