Feuerwehrmann wurde zum Geburtshelfer – und ist heute der Vater des Kindes

Ein Feuerwehrmann aus den USA wurde zum Adoptivvater eines Kindes, bei dessen Geburt er assistierte. (Symbolbild: ddp Images)

Diese Geschichte passt perfekt in die besinnliche Weihnachtszeit: Weil keine Zeit mehr blieb, um eine hochschwangere Frau in ein Krankenhaus zu bringen, musste ein Feuerwehrmann vor einigen Jahren bei einer Geburt helfen. Doch damit endete die Geschichte noch nicht – heute ist er der Vater des Babys.

Es klingt wie der Stoff für einen Hollywood-Spielfilm: Als Marc Hadden am 14. November 2011 zu einem Einsatz ausrückte, wusste er noch nicht, dass die nächsten Stunden sein Leben komplett umkrempeln würden. Hadden arbeitete für die Feuerwehr in Myrtle Beach im US-Bundesstaat South Carolina. Normalerweise bekommen es Hadden und seine Kollegen mit Bränden, Unfällen oder Überschwemmungen zu tun.

Doch an diesem Montag kam alles anders: Wie das Magazin „People“ berichtet, wurde die Truppe zu einer Frau geschickt, die kurz zuvor den Notruf 911 gewählt und über Unterleibsschmerzen geklagt hatte. Als die Feuerwehr am Einsatzort eintraf, war es Hadden, der sich sofort um die Frau kümmerte. Er stellte schnell fest: Die Frau war schwanger. Zeit für einen Transport ins Krankenhaus gab es nicht. Er würde selbst helfen müssen, das Kind zur Welt zu bringen.


Alles klappte reibungslos und die Frau gebar ein Mädchen. Als der Säugling schließlich entbunden war, versorgte ihn Hadden mit Sauerstoff. Doch dann überschlugen sich die Ereignisse: Als die Frau und ihr Neugeborenes sich kurze Zeit später wohlauf in einem Krankenhaus befanden, machte die frischgebackene Mutter klar, dass sie für ein weiteres Kind nicht sorgen könne. Sie sei bereits alleinerziehende Mutter eines Sohnes im Teenager-Alter und plane das kleine Mädchen zur Adoption freizugeben.

Da Hadden und seine Frau Beth sich schon lange eine Tochter gewünscht hatten, bot sich der Feuerwehrmann noch im Krankenhaus spontan als Adoptivvater an. Die Haddens hatten zu dem Zeitpunkt bereits zwei Söhne. Wegen Komplikationen bei beiden Schwangerschaften war weiterer Nachwuchs nur über den Weg einer Adoption möglich.

Als Hadden seine Frau Beth aus dem Krankenhaus anrief, erzählt er ihr von seiner Heldentat: „Ich hab gerade ein Mädchen zur Welt gebracht.“ Worauf seine Frau im Scherz meinte: „Dürfen wir sie behalten?“ Doch Hadden antwortete ganz ernsthaft: „Ich denke, sie steht zur Adoption frei.“

Beth Hadden besuchte die Frau am nächsten Tag im Krankenhaus und brachte ihr ein kleines Gebetsbüchlein mit. Laut „People“ gestand sie der Frau, dass sie und ihr Mann jahrelang für eine Tochter gebetet hätten. Darauf erwiderte die Frau: „Ich will, dass ihr mein Baby adoptiert.“ Schließlich brachte eine Krankenschwester den Säugling in den Raum und die beiden gaben ihr den Namen Rebecca Grace.

Rebecca ist heute sechs Jahre alt und weiß, dass sie adoptiert wurde. „Wir haben ihr von Beginn an nichts verheimlicht“, sagt Marc Hadden. Seine Frau kann ihr Glück noch immer nicht fassen: „Manchmal geschehen die besten Dinge im Leben in der Zeit eines Augenaufschlags – und man darf sie nicht an einem vorbeiziehen lassen.“