Feuerwehr-Gewerkschafter beklagen Böller-Angriffe auf Einsatzkräfte

Silvesterfeuerwerk in Koblenz

Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft (DFeuG) sorgt sich vor den Silvesterfeuerwerken um die Gesundheit ihrer Einsatzkräfte. "Wir werden mit Raketen oder Böllern beschossen, angerempelt und bei den Angriffen am Einsatzort noch mit Smartphones gefilmt", sagte der DFeuG-Bundesvorsitzender Ingo Schäfer den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) vom Freitag. Viele Kollegen würden auf Anzeigen verzichten, da die Aussichten auf Erfolg eher gering seien. "Wir sind da ziemlich hilflos."

Schäfer betonte, das gefährliche Verhalten verhindere zudem den Einsatz der Feuerwehr an den Orten, an denen sie benötigt werde. "Wenn jemand in seiner brennenden Wohnung eingeschlossen ist, zählt jede Sekunde", sagte er. "Doch wir werden regelmäßig von alkoholisierten Gruppen daran gehindert, schnell in den Einsatz zu kommen."

Auch die Berliner Feuerwehr beklagte, dass Rettungsteams Silvester immer häufiger auf dem Weg zum oder direkt am Einsatzort "unter Beschuss" von Partygängern geraten. "Da fallen von Jahr zu Jahr zunehmend die Hemmungen", sagte Sprecher Andreas Ohlwein den RND-Zeitungen.

Das Bundeskriminalamt registrierte dem Bericht zufolge im vergangenen Jahr 1831 Straftaten gegen Rettungsdienste und Feuerwehren. Dabei sei es vor allem um Körperverletzungen oder Nötigungen gegangen. Die Fallzahlen lagen im Dezember demnach über denen der restlichen Monate.