Nach Feuer in London: Brandschutz beschäftigt deutsche Behörden

dpa-AFX

BERLIN (dpa-AFX) - Nach dem Feuer im Londoner Grenfell Tower mit mindestens 80 Toten beschäftigt das Thema Brandschutz nun auch deutsche Behörden. Einige Bundesländer wollen Häuserwände auf Sicherheit überprüfen. Niedersachsen und Bremen etwa befürworten eine länderübergreifende Initiative zur Überprüfung der Fassadendämmung, hieß es aus dem Sozialministerium in Hannover. Auch in Nordrhein-Westfalen, wo bereits am Dienstag ein Hochhaus in Wuppertal geräumt wurde, kontrollieren andere Städte wie Recklinghausen oder Bielefeld eigenen Angaben zufolge ebenfalls ihre Bauten.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann leitete nach eigenen Angaben erste Schritte zur Überprüfung insbesondere von Gebäudedämmungen ein. Das für Wohnungsbau zuständige Ministerium in Baden-Württemberg hat zwar derzeit keine Hinweise auf ähnlich gelagerte Fälle in Baden-Württemberg. Allerdings gehe man aber auf die unteren Baurechtsbehörden mit der Bitte zu, eventuell vorhandene Problemfälle unter die Lupe zu nehmen, hieß es.

In anderen Ländern sehen die Behörden weniger Nachbesserungsbedarf. In Berlin seien keine Prüfungen von Hauswänden auf Sicherheit und Brennbarkeit vorgesehen, teilte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung mit. Auch in Rheinland-Pfalz sind nach Einschätzung der Landesregierung die Hochhäuser vom Brandschutz her sicher. In Sachsen werden Hochhäuser mindestens alle fünf Jahre auf Brandschutz kontrolliert. Die Anforderungen an den Brandschutz würden schon seit vielen Jahren ein hohes Sicherheitsniveau festschreiben, erklärte das Innenministerium.