Festival: Jahresurlaub beim Summer-Jam

Rund 30 000 Besucher werden dieses Wochenende am Fühlinger See erwartet

Verhalten tanzen die Ersten vor der Hauptbühne. Andere haben es sich mit einer Decke auf der Rasenfläche bequem gemacht. Denn drei Tage voller Musik, Party und Zeltleben liegen noch vor ihnen. Rund 30 000 Besucher werden dieses Wochenende zum 32. Summer-Jam Festival am Fühlinger See erwartet – angezogen durch Konzerte von Reggae-Stars wie Damien Marley, dem Kölner Sänger Patrice oder Rapper Sido. Wobei diese erst abends als Highlights auf der Bühne stehen. Bereits um 14 Uhr werden am Freitag die Pforten geöffnet. Zum Start spielen „Jugglerz Radio“, doch nur wenige Fans versammeln sich vor der Bühne.

Ganz anders sieht es währenddessen im Camp aus, wo sich Zelt an Zelt reiht. Manche haben sich zwischen den Bäumen ausgebreitet, die raren Plätze am Wasser sind begehrt. Denn Zelten ist bereits seit Montag mit gültigen Festivalbändchen möglich. Für Familien gibt es gegenüber der Festival-Insel, unweit des Schwimmbads, ein eigenes Areal – eingezäunt und von Sicherheitskräften bewacht.

In ihrem ersten Lebensjahr hat sich Juna mit ihrer Familie bereits den schönsten Zeltplatz gesichert – direkt am Seeufer. Jetzt, da die junge Duisburgerin laufen gelernt hat, erkundigt sie ihre Umgebung erst einmal mit flinken, aber noch etwas wackeligen Schritten. Mutter Christina Gaitanis muss sie ständig im Auge behalten. „Wir wussten nicht genau, was uns hier erwartet“, sagt die 38-Jährige. Beim Summer-Jam ist sie zum ersten Mal – noch mit dabei hat sie ihre 15-jährige Tochter Leoni und ihren Lebensgefährten Dominik. „Wir sind vor allem wegen der Natur hier – weil man direkt am See campen kann.“ Große Reggae-Fans seien sie eigentlich nicht, so die zweifache Mutter.

Anders sieht das bei den Timms aus. Die ganze Familie ist mit dabei – drei Generationen. Die Großeltern Sabine und Andreas haben die Liebe zum Reggae an die Kinder weitergegeben. Ihre mittlerweile 28-jährige Tochter Ulrike hat sogar ihren Dreijährigen nach ihrem Idol Patrice benannt. Das Summer-Jam haben die Remscheider aber erst vor sechs Jahren entdeckt. „Hätten wir damals schon davon gewusst, hätten wir nicht nur unseren Enkeln, sondern auch schon unsere Kinder hierhin geschleppt“, sagte Sabine, die Oma mit den roten Rasta-Zöpfen. Das Festival ist ein Pflichttermin geworden: „Das ist unser Jahresurlaub“, sagte Tochter Sonja.

Jamans Eltern einige Zelte weiter haben ihren Sohn schon immer mit aufs Summer-Jam genommen. Sie haben sich sogar vor neun Jahren hier kennengelernt. Jaman ist mit seinen drei Jahren schon ein Festivalprofi. „Ich will zu den weißen Klos“, ruft der Kleine aus der Eifel bestimmt. Mit einem speziellen Bändchen ausgestattet, können die Gäste richtige Toiletten benutzen. Zu den Dixie-Klos will Jaman nicht, „das stinkt da so“.

Jedes Jahr campen seine Eltern Daniela Koch, die das nächste Kind im August erwartet, und Daniel Klüters auf dem speziell abgetrennten Bereich. Preislich ist das etwas teuerer als auf dem restlichen Gelände. Während das Zelten rund um den See im Festivalticket inbegriffen ist, müssen die Besucher im sogenannten „Green und Family Camp“ 15 Euro pro Person draufzahlen. Kinder bis 12 Jahre haben freien Eintritt. Doch das ist es Familie Koch-Klüters wert. „Hier ist es deutlich ruhiger“, erläutert die Schwangere. Die Atmosphäre sei friedfertig und „alle Leute sind nett und hilfsbereit.“

Und das lockt nicht nur Familien an – auch ohne Kind ist das Campen in dem abgesonderten Bereich erlaubt. „Hier ist es einfach deutlich entspannter und sauberer“, sagte Christian Vietze, der gemeinsam mit vier Freunden zum Summer-Jam gekommen ist. „Niemand schlitzt die Zelte auf und klaut deine Sachen“, ergänzt Freund Thomas Römer. Dieser ist sogar nur zum Campen am Fühlinger See. Der einzige Nachteil sei, laut Vietze, dass der Bereich etwas weiter von den Bühnen entfernt ist. „Aber wir machen uns aus dem Weg einfach ein Abenteuer.“...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta