Festival: Folgt der Bewegung: Am 11. August eröffnet Tanz im August

Hereinspaziert: Das Hau2 wirbt für „Tanz im August“

Kühl ist der Stil von Virve Sutinen. Die Finnin kuratiert seit 2014 das internationale Festival Tanz im August. Ihr Programm lebt weniger vom mitreißenden Buzz als von einer intellektuellen Durchdringung der Kunstform Tanz – und einem Nebeneinander unterschiedlicher Ästhetiken: Zeitgenössisches Ballett zu Pop-Klassik-Punkmusik (Michael Clark) findet sich im diesjährigen Programm neben japanischem Tanztheater (Takao Kawaguchi) oder Flamenco (Rocío Molina).

Aus 20 Ländern reisen Tanzschaffende an – aber je eine Uraufführung tragen auch die Berliner Choreographen Jefta Van Dinther mit "Dark Field Analysis" und Sasha Waltz mit "Women" zum Programm bei. Ein dichtes Geflecht interner Bezüge prägt Sutinens Spielplan, und wie in einer geometrischen Figur stützen sich die einzelnen Positionen gegenseitig: Auf populäre Unterhaltung beziehen sich Lea Moro wie Cristina Caprioli; Selbstporträts tanzen Cristiana Morganti und Mathilde Monnier mit La Ribot; sechsstündige installative Performances zeigen La Ribot, der die diesjährige Retrospektive gewidmet ist, und Eszter Salamon.

Bild Nr. 1:
Festivalleiterein Virve Sutinen Sophia Kembowski / dpa

Multidimensional kuratiert hat Virve Sutinen, unhierarchisch, divers, komplex, engagiert – kurz: so, wie sich die Tanzkunst gerne selber sieht. Vorteil der Egalität: Die Finnin benennt keine Stars und kürt keine Programm-Highlights. Nachwuchskünstler*innen werden präsentiert wie bekannte Namen, experimentelle Soli stehen gleichwertig neben international tourenden Ensembleproduktionen. Der Nachteil? Ein recht geringer ...

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