Festival: Brücken schlagen mit Basketball

Die Spieler lieferten sich erbitterte Zweikämpfe, manch einer wollte sich den Ball partout nicht wegnehmen lassen. Es gab Gerangel, dann ging's weiter, wieder rasen, springen, fangen, werfen. Das Lauftempo war hoch. Am Rand des Basketballspielfelds an der Liller Straße ging es dagegen ruhig zu, an den Zaun gelehnt standen mannshohe Leinwände, sie wurden mit Graffiti besprüht. Professionelle Anleitung gab Hombre Uno, ein in der Szene bekannter Graffiti-Künstler aus Nürnberg, der extra angereist war. "Styles and Hoops", so nannte sich das eintägige Festival: Sportliche Betätigung, Kunst, Rapmusik, mehr brauchte es nicht für einen kurzweiligen Tag.

"Styles" sind die für die Graffiti-Kunst charakteristischen Schriftzüge. "Hoop" ist das englische Wort für Basketball. Die Musikanlage bediente DJ Soundtrax - der entpuppte sich als Chorweilers Sozialraumkoordinator Benjamin Stieb, der in privater Funktion da war. Gespielt wurde immer drei gegen drei. Bei den Kleineren unter 14 waren die Teams alters- und geschlechtsgemischt. Sie hatten den Morgen für sich. Nachmittags tobten sich die älteren Spieler ab 16 aus. "Wir haben eigentlich gar keine Altersbegrenzung, theoretisch könnte auch ein Erwachsener mitspielen", sagte Puya Bagheri vom Verein Outline. Der hat seinen Sitz in Chorweiler-Mitte und verknüpft Hip-Hop-Kultur mit Sozialpädagogik. Das Event hatten Outline und der Basketballverein BBV Köln-Nordwest aus Ehrenfeld organisiert, zum zweiten Mal nach 2016. "Wir sind mit 60, 70 Leuten aus Ehrenfeld gekommen", sagte Elke Schwab vom BBV. Aus Chorweiler seien etwas weniger Jugendliche da, vielleicht 40, 50, schätzte Bagheri.

In diesem Jahr war auch die Stadt Köln mit im Boot, die Veranstaltung war mit 2300 Euro aus dem Verfügungsfonds Chorweiler-Mitte bezuschusst worden. "Dass die Stadt uns jetzt wahrgenommen hat und diese Anerkennung gibt, hat uns gefreut", so Bagheri. Das Event solle sich etablieren, sei auch als Brückenschlag in die Kölner Stadtgesellschaft gedacht. Indirekt könne die Begegnung der Jugendlichen dazu führen, das oft als schlecht hingestellte Image Chorweilers aufzupolieren. "Die Ehrenfelder kommen hierher, erleben die Atmosphäre als friedlich und positiv, tragen diese Erfahrung in ihr Umfeld zurück." Elke Schwab nickte zustimmend: "Letztes Jahr war mein Sohn so begeistert, dass er sagte, am liebsten würde ich nach Chorweiler ziehen und jeden Tag im Outline Graffiti zeichnen."...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta