Festgenommener Yamen A. wollte offenbar hochexplosiven Sprengstoff TATP herstellen

Ein Polizei-Wagen steht am Straßenrand.

Der unter Anschlagsverdacht festgenommene Yamen A. wollte offenbar den hochexplosiven Sprengstoff TATP herstellen. Entsprechende Chemikalien seien bei der Durchsuchung der Wohnung des Syrers gefunden worden, sagte die Sprecherin der Bundesanwaltschaft, Frauke Köhler, am Dienstag in Karlsruhe. Demnach wollte der 19-Jährige das TATP als "Initialsprengstoff" verwenden. Nach Einschätzung von Experten erlauben die bisherigen Erkenntnisse Rückschlüsse auf einen "Sprengsatz mit hoher Wirkladung".

A. war am frühen Morgen durch Spezialkräfte der Bundespolizei und des Bundeskriminalamtes in Schwerin festgenommen worden. Er ist nach Angaben der Bundesanwaltschaft "dringend verdächtig", einen "islamistisch motivierten Anschlag mit hochexplosivem Sprengstoff in Deutschland geplant und bereits konkret vorbereitet zu haben".

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) erklärte, die Sicherheitsbehörden hätten "erneut einen schweren Terroranschlag in Deutschland verhindert". Er lobte die "hervorragende Arbeit" aller Beteiligten.

Hinweise auf mögliche Mittäter oder Helfer gibt es nach Angaben von Staatsanwältin Köhler derzeit nicht. "Wir haben keine belastbaren Anhaltspunkte, dass weitere Personen in die Anschlagsplanung und -vorbereitung des Beschuldigten eingebunden waren", sagte sie.

Aufgrund von Erkenntnissen des Bundesverfassungsschutzes und des Bundeskriminalamts (BKA) seien im Oktober 2014 Ermittlungen gegen A. aufgenommen worden. Ein mobiles Einsatzkommando des BKA habe den Beschuldigten "rund um die Uhr im Blick gehabt", sagte Köhler.