Festgenommener Bruder des iranischen Präsidenten gegen Kaution frei

Hossein Fereidun (r.) wieder auf freiem Fuß

Der wegen Korruptionsverdacht festgenommene Bruder des iranischen Präsidenten, Hossein Fereidun, ist einem Medienbericht zufolge gegen Kaution wieder freigekommen. Das Gericht habe seine Kautionszahlung akzeptiert, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Isna am Dienstag. Die Kautionssumme wurde nicht genannt, doch berichteten lokale Medien, diese sei auf 350 Milliarden Rial (8,1 Millionen Euro) von ursprünglich 500 Milliarden Rial herabgesetzt worden.

Gegen Fereidun hatten vor allem konservative Kreise wiederholt Korruptionsvorwürfe erhoben und verlangt, dass er vor Gericht gestellt wird. Unter anderem war der Präsidentenbruder von der Aufsichtsbehörde GIO beschuldigt worden, die Ernennung eines Vertrauten zum Direktor einer Bank durchgesetzt zu haben, dem dann ein horrendes Gehalt gezahlt worden sein soll.

Fereidun ist der Sonderberater von Präsident Hassan Ruhani, der sich im Mai mit deutlichem Vorsprung vor seinem konservativen Kontrahenten bei der Präsidentschaftswahl in der Islamischen Republik durchgesetzt hatte. Beobachter sehen als Ursache für die Strafverfolgung des Bruders den seit langem anhaltenden Konflikt zwischen Ruhani und der konservativ dominierten Justiz des Landes.