Abgeschobene IS-Anhängerin kommt in Untersuchungshaft

Die am Dienstag aus der Türkei nach Deutschland abgeschobene mutmaßliche IS-Anhängerin Lorin I. bleibt in Untersuchungshaft. Nach ihrer Festnahme am Frankfurter Flughafen entschied am Mittwoch ein Ermittlungsrichter in Celle die Fortdauer der Untersuchungshaft, wie das dortige Oberlandesgericht mitteilte. Der 30-Jährigen, die mit ihren vier Kindern nach Deutschland gekommen war, wird vorgeworfen, sich an der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" beteiligt zu haben.

Dem Haftbefehl zufolge reiste sie im Dezember 2014 über die Türkei nach Syrien, um sich dem Islamischen Staat (IS) anzuschließen und dessen bewaffneten Kampf im Rahmen des syrischen Bürgerkriegs zu unterstützen.

Von Syrien aus soll sie als Teil eines "Schwesternnetzwerks" die Ausreise mehrerer Frauen von Deutschland in das Herrschaftsgebiet des IS organisiert haben. Dort soll sie die Heirat mit IS-Kämpfern vermittelt haben. Zudem habe sie es ihrem damaligen Ehemann ermöglicht, für den IS als Kämpfer tätig zu werden, indem sie sich um die Haushaltsführung und die Erziehung der Kinder im Sinne der Ideologie des IS kümmerte.

Für die mitgliedschaftliche Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung im Ausland sieht das Gesetz eine Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren vor. Seit der Ankündigung der Türkei, IS-Anhänger nach Deutschland abzuschieben, sind mehrfach mutmaßliche Dschihadisten - zum Teil mit ihren Familien - nach Deutschland gekommen.