Festgeklammert an der Hinterachse eines Busses hunderte Kilometer weit in die EU

Kroatischer Grenzübergang

Unter einem Bus hängend ist es einem jungen irakischen Flüchtling in Serbien gelungen, die hunderte Kilometer lange Strecke ins benachbarte EU-Land Kroatien zurückzulegen. Der 21-jährige Iraker sei während der Fahrt, bei der er sich an der Hinterachse des Busses festklammerte, unverletzt geblieben, teilte die kroatische Polizei am Donnerstag mit. Er sei dennoch ärztlich untersucht worden, und auch die Umstände seiner Flucht von Serbien nach Kroation würden nun geprüft.

Die Zeitung "Jutarnji list" berichtete unter Berufung auf Vertreter des Busunternehmens, dem Iraker sei es am Dienstag gelungen, in der serbischen Hauptstadt Belgrad unter den Bus zu gleiten und unter Lebensgefahr mehr als 400 Kilometer weit unbemerkt mitzufahren. Nach etwa fünf Stunden Fahrt sei der blinde Passagier in Ivanic Grad, rund 40 Kilometer südöstlich von Zagreb, bemerkt worden.

"Wir haben ein Geräusch unter dem Bus gehört", sagte einer der Passagiere der Zeitung. Der Busfahrer habe daher das Fahrzeug angehalten. Der Iraker, der sichtlich unter Schock gestanden habe, sei daraufhin aus seinem Versteck unter dem Bus gekrochen. Sein Gesicht sei voller Schmutz und seine Hände seien blutverschmiert gewesen, zitierte die Zeitung den Passagier.

Kroatien liegt auf der sogenannten Balkanroute, über die 2015 hunderttausende Flüchtlinge in die Europäische Union gelangt waren. Anfang 2016 wurde die Route weitgehend geschlossen. Sie wird aber immer noch von Migranten insbesondere aus dem Nahen Osten genutzt, um in EU-Länder zu gelangen.