Fest&Fonds – Was steckt dahinter?

Bild: dpa

Immer wieder bieten verschiedene Banken Angebote unter dem Namen “Fest und Fonds” an. Manchmal heißen sie etwas anders, aber der Kern ist immer gleich. Auf den ersten Blick sehen diese attraktiv aus, Zinsen von bis zu 3% werden versprochen. Doch was steckt dahinter?

Das Angebot funktioniert folgendermaßen: Die Anleger möchten eine Summe X anlegen. Nehmen wir als Beispiel 10.000 Euro. Die Hälfte wird als Festgeld für ein Jahr (oder eine andere Laufzeit) angelegt. Der Zins klingt immer sehr attraktiv, bis zu 3% pro Jahr. Mit der anderen Hälfte wird ein Fonds gekauft. Die Auswahlmöglichkeiten sind in der Regel beschränkt, gerne werden hauseigene Fonds angeboten.

Die kostengünstigen ETFs (Indexfonds) befinden sich nicht darunter. Bei Direktbanken kaufen Sie die Fonds – immerhin – zum halben Ausgabeaufschlag ein. Das Beispiel mit den 10.000 Euro sähe für Sie so aus: 5.000 Euro mit 3% Zins ergeben einen Jahresertrag von 150 Euro. Nach Steuern bleiben davon ungefähr 108 Euro übrig. Für die Fonds fällt ein Ausgabeaufschlag von 5.000 Euro mal 2,5% an (Aktienfonds haben meistens 5% regulären Ausgabeaufschlag).

Von den hohen Zinsen bleibt am Ende nicht viel übrig

Das ergibt Kosten von 125 Euro. Es bleiben also, sofern der Sparerfreibetrag noch nicht ausgeschöpft war, 25 Euro Ertrag, ansonsten ein Verlust von 17 Euro. 25 Euro Ertrag bei 5.000 Euro Anlage entspricht einem Zins von 0,5%. Würden Sie alternativ einen ETF ohne Gebühren kaufen (bspw. über einen Sparplan von fünf Monaten a 1.000 Euro) und würden die restlichen 5.000 Euro zu 0,5% auf ein Tagesgeldkonto packen, so hätten Sie 25 Euro Ertrag vor Steuern – bei freier Wahl der Fondspalette.

Fallen Steuern an, bleiben Ihnen immerhin noch 18 Euro. Dieses Beispiel war noch eines der besseren Angebote. Bei manchen Hausbank-Angeboten sieht die Bilanz von Anfang an negativ aus. Fazit: Bei diesen Angeboten müssen Sie genau rechnen. Meistens können Sie das gleiche Ergebnis auf einfachere Art und Weise erzielen. Lassen Sie sich nicht von tollen Zinsen blenden!

Ihre Stefanie Kühn

Sehen Sie auch: Börse aktuell – das sind die Aussichten für den Dax