"Ferry McFerryface": Alberner Name für Fähre sorgt für Ärger

Bald schippert auch die „Ferry McFerryface“ im Hafenbecken von Sydney. (Bild: Getty Images)

Ein weiteres Kapitel aus der Reihe “Frage nie das Internet nach seiner Meinung, es kommt nur Unsinn dabei raus”: In Sydney wurde eine Fähre umbenannt – in “Ferry McFerryface”. Was für die Bevölkerung der australischen Millionenstadt einfach nur ein blöder Scherz war, sorgt jetzt für richtig Ärger.

Die Flotte des Sydney Harbour hat ein neues Mitglied: Die “Ferry McFerryface”. Dafür sind allein die Einwohner Sydneys verantwortlich, die im Internet über den Namen der neuen Fähre abstimmen konnten. Eigentlich hieß der Gewinner “Boaty McBoatface”, dummerweise ist der Name schon vergeben: Bereits im letzten Jahr gewann “Boaty” eine Umfrage in Großbritannien. Seitdem darf sich ein Beiboot des Polar-Expeditionsschiffs “Sir David Attenborough” mit dem etwas albernen Namen schmücken.

In Sydney aber gab es deswegen nun Probleme: “Boaty war schon an ein anderes Schiff vergeben. Wir haben den nächst-populären Namen gewählt”, so der Transport- und Infrastrukturminister des australischen Bundesstaats New South Wales, Andrew Constance.

Die Mitarbeiter der Fähre zeigen sich über die Namensgebung und den “abgedroschenen” Witz nicht besonders erfreut. “Der Transportminister zeigt, dass er den öffentlichen Nahverkehr für einen Witz hält”, so Paul Garrett, der stellvertretende Geschäftsführer der Maritimen Union Australiens (MUA) in Sydney. Zum ersten Mal seien die MUA und die Medien auf einer Seite – und dann ausgerechnet bei dem “bescheuerten” Namen “Ferry McFerryface”. Ganz Unrecht hat Garrett nicht, immerhin haben die anderen Fähren normalere Namen und erinnern an respektable australische Persönlichkeiten, wie die Ärzte Victor Chang, Catherine Hamlin und Fred Hollows. Die Mitarbeiter der Fähre drohen nun mit Arbeitsverweigerung.

“Ferry McFerryface” ist dabei nicht der erste Ableger des britischen Trendsetters “Boaty McBoatface”: In Schweden soll bald “Trainy McTrainface” Göteborg und Stockholm verbinden und auch ein Rennpferd schmückt sich mit dem Titel “Horsey McHorseface” – zu den Namen kamen sie jeweils durch Abstimmungen im Internet.