Ferrari-Boss Sergio Marchionne geht

Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne muss die Führung des italienisch-amerikanischen Autobauers aus gesundheitlichen Gründen abgeben. Der 66-Jährige könne auch seine Arbeit als Präsident und Vorstandschef der Tochter Ferrari nicht wieder aufnehmen, hieß es in einer Ferrari-Mitteilung.

Neuer Präsident von Ferrari wird John Elkann , Angehöriger der Familie Agnelli und Fiat-Präsident. Zum Ferrari-Vorstandschef ernannte der Aufsichtsrat Louis C. Camilleri , der zuvor unter anderem leitende Positionen beim Tabakmulti Philip Morris innehatte.

Die Führung von Fiat Chrysler übernimmt nun Mike Manley, der seit vielen Jahren zum Top-Management des Autobauers gehört und bisher für die Marke Jeep zuständig war.

Nach einer Schulteroperation sei es bei Sergio Marchionne zu unerwarteten Komplikationen gekommen, die sich in den vergangenen Stunden erheblich verschlechtert hätten, teilte Fiat Chrysler als Grund für die Veränderungen an der Spitze mit.

Marchionne war 2004 an die Fiat-Spitze gerückt, als das Unternehmen kurz vor der Pleite stand. Zehn Jahre später fädelte er die Übernahme des ebenfalls schwer angeschlagenen US-Rivalen Chrysler ein. Seit der Fusion im Herbst 2014 stieg der Wert der Aktie um fast 350 Prozent - und damit so stark wie bei keinem anderen Unternehmen aus der Branche. Als elementares Vermächtnis von Marchionne gilt auch die Fokussierung auf Nischenmarken.

Zum Ende seiner Karriere bei dem Konzern hatte Marchionne sein letztes großes Ziel erreicht und die Schuldenfreiheit des Unternehmens für Ende Juni verkündet. Seine kürzlich vorgestellte Strategie für die kommenden fünf Jahre sieht eine Konzentration auf die Marken Alfa Romeo, Maserati, Ram und insbesondere Jeep vor.