Ferrari-Boss droht mit Ausstieg aus der Formel 1

Ferrari-Boss Sergio Marchionne ließ mal wieder die Muskeln des "springenden Pferdes" spielen. "Wenn wir den Sandkasten so stark verändern, dass man ihn nicht mehr als Sandkasten erkennt, dann möchte ich nicht mehr darin spielen", sagte der 65-Jährige am Donnerstag und errichtete wieder einmal die Drohkulisse eines Königsklassen-Ausstiegs der Scuderia.

Der für seine markigen Aussagen bekannte Manager wurde noch deutlicher: Der traditionsreichste und erfolgreichste Rennstall der Formel-1-Geschichte habe zwar den "Willen, dem Sport verbunden zu bleiben", aber "sollten wir Umstände vorfinden, deren Ergebnisse der einmaligen Position von Ferrari nicht zuträglich sind, dann macht Ferrari das nicht mit."

Damit eröffnete Marchionne die nächste Runde im Ballyhoo der reichen Rennställe mit dem Weltverband FIA und dem neuen Königsklasseneigner Liberty Media. Die beiden Führungsgremien hatten den zehn Formel-1-Teams Anfang der Woche ihre Vorstellungen für den neuen Motor ab der Saison 2021 präsentiert.

Auch Mercedes und Renault äußern Kritik

Im Kern soll es bei einem 1,6 Liter V6-Turbo bleiben. Allerdings soll die Komponente MGU-H nach dem Willen der Macher eingemottet werden, die Aggregate dadurch lauter und preiswerter werden.

Das missfällt aber nicht nur Marchionne. Zuvor hatten schon Mercedes und Renault Kritik an dem neuen Konzept geäußert, immerhin ist die Formel 1 für die großen Konzerne auch eine Showbühne der Technolgiekunst.

Rekordergebnis für Ferrari

Marchionne blickt darüber hinaus mit Bedauern auf den verpassten WM-Titel von Sebastian Vettel in der vergangenen Formel-1-Saison zurück.


"2017 haben wir Gutes geleistet, wenn man den Start betrachtet. Wir bereuen, dass wir nicht besser waren. Das Auto war gut. 2018 werden wir viel Besseres leisten", sagte Marchionne bei der Vorstellung der Quartalsergebnisse Ferraris am Donnerstag.

Der italienische Autobauer befindet sich aber auch trotz des verpassten WM-Titels auf Erfolgskurs. Das Unternehmen aus Maranello schloss das dritte Quartal 2017 mit einem Rekordergebnis ab. Der Gewinn stieg um 24 Prozent auf 141 Millionen Euro. Der Umsatz kletterte gegenüber dem Vergleichsquartal 2016 um 6,7 Prozent auf 836 Millionen Euro.