"Fernseher nach 50 Minuten stumm geschaltet": Schalke-Fans sauer auf Sky-Kommentator

teleschau
·Lesedauer: 3 Min.

3:1 gewonnen, eine Runde weiter - endlich einmal good news, könnte man nach dem DFB-Pokalspiel des FC Schalke 04 gegen den Regionalligisten SSV Ulm konstatieren. Doch von wegen. Viele Fans sind aufgebracht, weil sie mit dem Kommentar der Live-Übertragung auf Sky nicht einverstanden waren.

Wer es mit dem FC Schalke 04 hält, musste in diesem Jahr wohl mehr ertragen, als ein Fußballfan-Gemüt verkraften kann. Der stolze Revierclub ist in der Bundesliga noch ohne Saisonsieg und belegt mit nur vier Zählern den letzten Tabellenplatz. Der letzte Liga-Dreier datiert vom 17. Januar 2020 (2:0 gegen Borussia Mönchengladbach). Schalke ist am Boden, und bei den verzweifelten Anhängern hat sich im Lauf der vergangenen Monate nachvollziehbarerweise einiges angestaut. Wie hoch der Frustpegel auf Schalke mittlerweile steht, hat jetzt Sky-Reporter Michael Born erfahren müssen, der am Dienstagabend das DFB-Pokalspiel der Schalker gegen den Regionalligisten SSV Ulm kommentierte. Die Partie endete mit einem 3:1 Sieg für die Königsblauen, die nun immerhin im Achtelfinale des Pokalwettbewerbs stehen. Ein Ergebnis, das unmittelbar vor Weihnachten wenigstens ein bisschen Balsam für die geschundene Fan-Seele sein könnte ... - Wäre da nur nicht die Wut über den aus Sicht vieler Schalker unverhältnismäßig negativen Kommentar der Übertragung bei Sky. Noch während des Spiels schwappte eine Welle der Entrüstung durch die Sozialen Medien.

Was war geschehen? - Born, offensichtlich wenig angetan vom einmal mehr biederen und fahrigen Auftritt der Schalker, ließ kein gutes Haar am Team von Interimscoach Huub Stevens, während er das couragierte Spiel des unterklassigen Gegners würdigte. Dabei schoss er - nach Meinung vieler Fans - bisweilen übers Ziel hinaus. Born wirkte gequält, er schimpfte und stöhnte und konnte sich bei einigen Schalker Unzulänglichkeiten ein abfälliges Kichern nicht verkneifen.

Nicht objektiv?

Nach einem doch recht eindeutigen Foulspiel an Benjamin Stambouli, der mit einem Schmerzensschrei zu Boden ging, wetterte der Reporter: "Ganz ehrlich, ich kenne kaum eine Sportart, bei der so viel geschrien wird wie im Fußball. Vor allem hier." Zu viel für die Schalke-Fans, die dem Sky-Mann teilweise unterstellten, ein gewisses Narrativ zu verfolgen, anstatt objektiv zu kommentieren.

Geballte Fan-Wut auf Facebook und Twitter

In sämtlichen Schalke-Foren, ob auf Facebook oder bei Twitter, ging es hoch her. Eine kleine Auswahl, die stellvertretend für die entladene Fan-Wut stehen soll: "Ich habe den Fernseher nach 50 Minuten stumm geschaltet. Der Kommentator war nicht zu ertragen"; "Ist lange her dass ich einen so schlechten Kommentator erlebt habe. Nicht sachlich, nicht fachlich, nicht objektiv. Da vergeht uns die Lust am Spiel"; "Wenn euer Kommentator keine Lust auf Fußball hat, soll er doch Handball kommentieren. Von Fußball hat er keine Ahnung und keine Kompetenz"; "Der Kommentator muss ganz dringend in die Weihnachtsferien!"; "Michael Borns Bewerbungen als Stadionsprecher auf Schalke müssen damals reihenweise abgelehnt worden sein, anders kann ich mir seine Abneigung gegenüber Schalke nicht erklären ..."

Selbst unter einem Tweet zum Spiel von Sky ging es beinahe um kein anderes Thema als die Leistung des Kommentators: "Eine Entschuldigung an Stambouli wäre das Mindeste", stand da etwa geschrieben. Aber es ging auch in die andere Richtung: "Heute sind es nicht Oczipka oder Schneider, heute sind es halt #sky und #michaelborn. Ohne Feindbild scheint ein Teil der königsblauen Fußball-Anhänger die sportliche Krise nicht verarbeiten zu können", schrieb ein User auf Twitter.