Fehlt es Russland an Soldaten? Nach nur 5 Tagen Training an der Front

Fehlt es Russland an Soldaten? Nach nur 5 Tagen Training an der Front

Schon seit Wochen - teils sogar seit Beginn von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine - ist von unmotivierten russischen Soldaten die Rede. Viele sehr junge Männer wurden ins Nachbarland geschickt, enige hatten noch nie vom Super-GAU in Tschernobyl behört - sie campierten in Erdlöchern im verstrahlten Wald und mussten offenbar in Belarus im Krankenhaus behandelt werden.

In der mittlerweile vom Ausland aus betriebenen "Moscow Times" berichtet jetzt der 31-jährige Ivan - der anonym bleiben möchte -, dass er nach fünf Tagen militärischer Ausbildung in die Ukraine an die Front geschickt wurde.

In unserer Kompanie gab es einen Soldaten, der nicht wusste, wie ein Maschinengewehr funktioniert. Also habe ich ihm beigebracht, wie man ein Maschinengewehr zerlegt und zusammenbaut. Ich würde im Kampf nicht neben ihm stehen wollen. Wie kann man so kämpfen?

"In unserer Kompanie gab es einen Soldaten, der nicht wusste, wie ein Maschinengewehr funktioniert. Also habe ich ihm beigebracht, wie man ein Maschinengewehr zerlegt und zusammenbaut. Ich würde im Kampf nicht neben ihm stehen wollen. Wie kann man so kämpfen?", fragt sich der Soldat im Gespräch mit der Moscow Times.

Laut den offiziellen Informationen des russischen Verteidigungsministeriums werden die russichen Soldaten vor dem Fronteinsatz mindestens vier Wochen lang geschult. Doch sechs Monate nach Beginn dem russischen Einmarsch in die Ukraine am 24. Februar gehen viele Expertinnen und Experten davon aus, dass es Russland nicht nur an Nachschub an Essen und Waffen, sondern vor allem an motivierten Soldaten fehlt.

Russlands Verteidigungsminister Sergej Shoigu - ein enger Vertrauter von Präsident Wladimir Putin - war laut der Presseabteilung seines Ministeriums vor wenigen Tagen an die Front im Donbas in der Ukraine gereist. Er forderte die russischen Truppen auf, "aggressiver gegen ukrainische Drohnen vorzugehen.".

Der Vertreter einer russischen Menschenrechtsgruppe erklärt, dass in vielen Fällen Eltern davon berichten, dass ihre Söhne eine Woche nach der Rekrutierung in Russland in der Ukraine im Einsatz sind. Teilweise wird den jungen Leuten viel Geld - bis zu etwa 3.000 Euro - dafür angeboten, dass sie sich zum Kampfeinsatz in die Ukraine schicken lassen.

Doch nicht nur die Propaganda der Ukraine veröffentlicht täglich neue Schätzungen der russischen Verluste.

Auch westliche Beobachter gehen davon aus dass Russland in der Ukraine sehr viele Panzer - und auch Zehntausende Soldaten verloren hat.

Auf Twitter dankt der Verteidigungsminister der Ukraine seiner deutschen Kollegin für die Lieferung der Gepard-Kampfpanzer, die am 25. Juli 2022 an Kiew übergeben wurden.

Inwieweit die Waffen aus dem Westen im Krieg in der Ukraine einen Unterschied machen können, bleibt abzuwarten.

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