Federer schreibt erneut Tennis-Geschichte

Roger Federer zieht nach einem Dreisatzsieg gegen Robin Haase ins Halbfinale von Rotterdam ein und ist nun die älteste Nummer eins der Welt.

Das Schweizer Tennis-Idol Roger Federer kehrt nach rund fünfeinhalb Jahren auf den Tennis-Thron zurück.

Der 20-malige Grand-Slam-Sieger gewann beim ATP-Turnier in Rotterdam sein Viertelfinale gegen den Niederländer Robin Haase nach anfänglichen Schwierigkeiten letztlich souverän 4:6, 6:1, 6:1.

Damit wird er ab Montag erstmals seit Oktober 2012 wieder als Nummer eins der Weltrangliste geführt. (Das Spiel im TICKER zum Nachlesen)

Federer ist die älteste Nummer eins aller Zeiten

Mit 36 Jahren, sechs Monaten und elf Tagen avanciert der Eidgenosse außerdem zum ältesten Spieler, der das Ranking je angeführt hat. Bislang war es der US-Amerikaner Andre Agassi, der im April 2003 mit 33 Jahren und 131 Tagen das Ranking anführte.

"Die Nummer eins zu werden, ist im Tennis die ultimative Leistung. Wenn man älter ist, muss man doppelt so viel arbeiten. Du musst jemanden verdrängen, der hart gearbeitet hat, um dort hinzukommen. Es ist ein Traum, der wahr wird", sagte Federer sichtlich gerührt unmittelbar nach dem Spiel auf dem Platz: "Es war eine unglaubliche Reise. Es hier zu schaffen, wo ich 1998 meine erste Wildcard bekommen habe, bedeutet soviel".


Zwischen 2004 und 2012 hatte Federer insgesamt 302 Wochen an der Spitze gestanden - ebenfalls Rekord.

"Es ist sehr schwer, die Nummer eins der Welt zu werden, weil man dafür viele Spiele bestreiten muss", hatte Federer schon vor dem Duell mit Haase erklärt: "Du musst gesund bleiben und erfolgreich sein - und das über 365 Tage im Jahr. Schon viele gute Spieler sind daran gescheitert. Das ist nichts, was ich angepeilt hätte nach der langen Verletzungspause."

Aufgrund einer langwierigen Knieverletzung war der Rotterdamer Achtelfinal-Bezwinger von Philipp Kohlschreiber (Augsburg) 2016 im Ranking bis auf Position 17 und damit seine tiefste Einstufung seit 2001 zurückgefallen.


Federer stellte weitere Rekorde auf

Danach gewann der Altmeister im Januar 2017 die Australian Open, triumphierte anschließend in Wimbledon und vor zwei Wochen erneut bei den Australian Open. Nun löst er seinen spanischen Dauerrivalen Rafael Nadal ab, der seit August 2017 an der Spitze gestanden hatte.

Am 4. Oktober 2012 erklomm der Baselbieter letztmals den ersten Platz der Weltrangliste. Durch seinen Erfolg gegen Haase liegen jetzt fünf Jahre und 106 Tage zwischen dem Tag, an dem Federer die Nummer eins verlor, und dem Tag, an dem er wieder auf den Thron zurückkehrt. Das ist auch ein neuer Rekord.


Eine weitere Bestmarke die "FedEx" nun auch hält, ist die für den größten Zeitabstand - mehr als 14 Jahre - zwischen zwei Regentschaften: Erstmals war er die Nummer eins im Tennis am 2. Februar 2004 und eben nun am Montag, den 19.2.2018, wieder.

Am Samstag trifft der Schweizer im Halbfinale von Rotterdam auf Andreas Seppi (Italien), der Daniil Medvedev (Russland) mit 7:6, 4:6 und 6:3 geschlagen hat. Das andere Semifinale bestreiten David Goffin (Belgien) und Grigor Dimitrov (Bulgarien).