Amazon überholt Alphabet beim Börsenwert

Während Facebook aufgrund der Datenaffäre weiter an Marktwert verliert, steigt Amazon zur Nummer zwei der wertvollsten Unternehmen auf.


In der Rangliste der wertvollsten börsennotierten Unternehmen hat Amazon die Google-Mutter Alphabet am Dienstag erstmals überholt. Der Online-Händler ist damit hinter Apple das zweitwertvollste Unternehmen der Welt.

Die Amazon-Aktie schloss am Dienstag 2,7 Prozent höher. Damit erreichte der Konzern eine Marktkapitalisierung von 768 Milliarden Dollar. Alphabet verloren dagegen 0,4 Prozent. Der Börsenwert der Google-Mutter sank damit auf 762 Milliarden Dollar. Apple brachte an der Börse zuletzt 889 Milliarden Dollar auf die Waage.

Nach den kräftigen Kursverlusten zum Wochenbeginn hat sich die Wall Street am Dienstag insgesamt leicht erholt. Zu den Gewinnern zählten insbesondere Energiewerte, die von steigenden Ölpreisen profitierten. Das S & P-Branchenbarometer kletterte um 0,8 Prozent.


Auf die Stimmung drückten allerdings erneute Einbußen der von einer Datenaffäre belasteten Facebook-Aktie und die Unsicherheit über die weitere Zinspolitik der US-Notenbank (Fed).

Die Fed entscheidet am Mittwoch über ihren Leitzins. Eine Anhebung um 0,25 Prozentpunkte gilt als sicher. Die große Frage ist, welche Signale die Notenbank unter ihrem neuen Chef Jerome Powell aussenden wird.

Anleger fürchten, dass nun vier statt der bislang in Aussicht gestellten drei Zinserhöhungen in diesem Jahr angedeutet werden könnten. „Am Markt gab es zuletzt Sorgen, dass die Fed etwas aggressiver geworden ist“, sagte Anlagestratege Josh Navarro von J.P. Morgan Private Bank.

Der Dow-Jones-Index schloss 0,5 Prozent fester auf 24.727 Punkten. Der breiter gefasste S & P 500 legte 0,1 Prozent auf 2717 Stellen zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,3 Prozent auf 7364 Zähler. In Frankfurt schloss der Dax 0,7 Prozent höher bei 12.307 Zählern.

Im Fokus blieb die Datenaffäre bei Facebook. Einem Medienbericht zufolge ermittelt mittlerweile die US-Verbraucherschutzbehörde FTC in dem Fall. Demnach geht es im Kern darum, ob das weltgrößte Internetnetzwerk der Firma Cambridge Analytica erlaubte, an einige Nutzerinformationen zu gelangen, obwohl dies gegen die Richtlinien verstieß.


Die Facebook-Aktie setzte ihren Kursrutsch vom Wochenbeginn fort und verlor weitere 2,6 Prozent. Seit dem Hochkochen der Datenaffäre haben die Papiere des Unternehmen mehr als neun Prozent nachgegeben und rund 50 Milliarden Dollar an Börsenwert ausgelöscht.

Auch die Aktien von Twitter gerieten in den Sog und brachen um 10,4 Prozent ein. Die Aktien anderer Technologiekonzerne machten nach Kursverlusten am Montag dagegen wieder etwas Boden gut.

Im hohen Bogen warfen Anleger die Aktien von Oracle aus ihren Depots, nachdem der Software-Konzern die Erwartungen der Analysten im abgelaufenen Geschäftsquartal verfehlt hatte. Die Oracle-Papiere stürzten um 9,4 Prozent ab.


An der New Yorker Börse wechselten rund 819 Millionen Aktien den Besitzer. 1268 Werte legten zu, 1620 gaben nach und 148 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,95 Milliarden Aktien 1286 im Plus, 1619 im Minus und 223 unverändert.

Auch an den US-Kreditmärkten hielten sich Anleger vor der Fed-Zinsentscheidung zurück. So sanken die zehnjährigen Staatsanleihen um 11/32 auf 98-26/32. Sie rentierten mit 2,89 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 24/32 auf 97-23/32 und hatten eine Rendite von 3,12 Prozent.