In Fed-Dotplots werden Signale für Zinsanstieg 2023 noch fehlen

Steve Matthews und Sarina Yoo
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Eine starke Erholung von der Corona-induzierten Rezession wird US-Notenbankchef Jerome Powell und Kollegen wahrscheinlich veranlassen, die Zinsen 2023 anzuheben. Die in dieser Woche anstehenden Prognosen der Fed dürften diesbezügliche Signale allerdings noch nicht enthalten, wie eine Bloomberg-Umfrage unter Volkswirten ergab.

Die Ökonomen rechnen 2023 mit zwei Zinserhöhungen um je einen Viertelprozentpunkt. Im Bezug auf die Prognosen der Fed rechnen die Ökonomen indessen damit, dass der Median für das komplette übernächste Jahr nahe null bleiben wird. Zu der am Mittwoch anstehenden Zinsentscheidung wird auch der Dotplot veröffentlicht, der die Einschätzungen der amerikanischen Notenbanker zum Zinsausblick zeigt.

Ein solches Ergebnis würde den Fed-Projektionen im Dezember entsprechen. Seither ist allerdings viel passiert: In den USA hat der Kongress Konjunkturhilfen im Volumen von fast 3 Billionen Dollar auf den Weg gebracht, deren Kernstück das 1,9 Billionen schwere Paket ist, das Präsident Joe Biden am Donnerstag unterzeichnet hat. Die Gelder hellen den gesamtwirtschaftlichen Ausblick ebenso auf wie die beschleunigten Corona-Impfungen.

“Die Fed probt nun das Unbekannte”, schrieb Volkswirtin Lynn Reaser von der Point Loma Nazarene University in Reaktion auf die Bloomberg-Umfrage. Dabei verwies sie auf “das kraftvolle Trio massiver fiskalischer Stimuli, geldpolitischer Stützungsmaßnahmen und der aufgestauten Nachfrage”, die mit der breiten Impfwelle freigesetzt werde.

Am Mittwoch wird der Offenmarktausschuss der Fed den Leitzins fast mit Sicherheit bei nahe null belassen und zusagen, das gegenwärtige monatliche Tempo der Wertpapierkäufe von $120 Milliarden beizubehalten. Powell hat wiederholt betont, dass der amerikanische Arbeitsmarkt weit vom Fed-Ziel der Vollbeschäftigung entfernt bleibe, sodass es verfrüht wäre, die Unterstützung durch die Notenbank zurückzunehmen.

Drei Viertel der von Bloomberg befragten Volkswirte gehen derweil davon aus, dass die Fed bis Ende 2023 die Zinsen erhöhen muss, wobei die Median-Erwartung bei einer Straffung um 50 Basispunkte liegt. In der Bloomberg-Umfrage vom Dezember ging der Median noch bis 2024 oder später von einer Beibehaltung des Zinsniveaus aus.

Den starken Anstieg der US-Treasury-Renditen in den vergangenen Wochen führte Powell auf sich verbessernde Konjunkturaussichten zurück und betonte, darin keinen Grund zu Sorge zu sehen.

Überschrift des Artikels im Original:Fed to Hike Rates in 2023 But Dots Won’t Show It, Economists Say

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