Fear of Missing out: Nie war die Angst größer

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.
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Als „Fear of Missing out“ bezeichnet man an der Börse im Allgemeinen die Angst, etwas zu verpassen. Dabei handelt es sich für gewöhnlich um einen impulsiven Fehler, bei dem Investoren aus Angst, sprich aus einer Emotion heraus Investitionsentscheidungen treffen. Häufig verlieren Investoren dadurch den Blick für das große Ganze oder rationale Entscheidungen.

Jetzt ist womöglich ein Zeitpunkt gekommen, an dem die Fear of Missing out einen maximalen Punkt erreicht hat. Oder, anders ausgedrückt: Die Angst war möglicherweise niemals größer. Lass uns im Folgenden einmal schauen, wo das zutrifft. Und wie Foolishe Investoren jetzt richtig handeln.

Fear of Missing out: Der Gesamtmarkt betroffen

Grundsätzlich scheint die Fear of Missing out jetzt womöglich sogar den Gesamtmarkt zu betreffen. Mithilfe kostengünstiger Indexfonds ist es niemals leichter gewesen, erfolgreich und mit wenig Aufwand zu investieren. Hinzu kommt, dass jetzt die Börseneuphorie offenbar beginnt, besonders stark einzusetzen.

Wie jetzt bekannt geworden ist, greifen auch hierzulande die Investoren wieder vermehrt zu. In den USA können wir die Robinhood-Investoren in Summe als neue Investorengeneration begrüßen, die teilweise trendige Aktien kauft. Allerdings damit auch gesamtheitlich die Börsen konsequent weitertreiben.

Das Ergebnis können wir unzweifelhaft am Indexstand vieler globaler Indizes ablesen. S&P 500, DAX und Konsorten haben unlängst neue Rekordhochs erzielt. Und das, obwohl wir uns in einem weiteren Lockdown befinden, der sogar noch verlängert worden ist. Der Einzelhandel leidet und auch Restaurants sowie die Wirtschaft sind ebenfalls auf Rezessionskurs. Wirklich bemerkenswert, wie sich die Märkte entwickeln. Das könnte man durchaus in Teilen auch auf Fear of Missing out zurückführen.

Einzelne Aktien und Themen gehypt

Allerdings betrifft das nicht nur die Gesamtmärkte, sondern auch einzelne Aktien oder andere Themen. So werden beispielsweise Apple und Tesla konsequent von Hoch zu Hoch getrieben, obwohl die Bewertungen inzwischen überaus ambitioniert sind. Da sind wir ein weiteres Mal beim Thema Hype-Aktien.

Es sind jedoch nicht nur Hype-Aktien, sondern auch andere Dinge: Der Bitcoin eilt ebenfalls von Rekord zu Rekord und ein Ende scheint nicht absehbar zu sein. Fear of Missing out dürfte ebenfalls eine Rolle spielen. Oder auch die Suche nach einem greater fool. Darüber mag man sich trefflich streiten können.

Das impliziert jedoch, dass es sowohl im Kleinen als auch im Großen und Ganzen die Angst gibt, etwas zu verpassen. Oder eben die Fear of Missing out, die derzeit die Märkte prägt. Das könnte eine Gefahr für die Aktienmärkte sein.

Fear of Missing out: So reagierst du richtig!

Foolishe Investoren sollten daher besser auf der Hut sein. Das heißt definitiv nicht, dass man gar nicht investieren sollte. Bloß, dass man womöglich ein wenig selektiv agieren sollte und nach unternehmensorientierten, preiswerten Chancen Ausschau halten muss. Der Angst, etwas zu verpassen, nachzugeben ist hingegen häufig langfristig gesehen alles andere als lukrativ.

Fear of Missing out ist eine potenzielle Gefahr. Für dich, für die Aktienmärkte. Wenn du allerdings Foolish deinem Ansatz treu bleibst, wirst du erkennen können, wo du besser vorsichtig sein solltest. Und wo weiterhin Chancen existieren.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Apple und Tesla.

Motley Fool Deutschland 2021