FDP will Jagd auf Wölfe in Deutschland erlauben

Ein Wolf in einem Wildpark

Die FDP will die Jagd auf Wölfe erlauben. Die Bundestagsfraktion der Liberalen plant einen Antrag, in dem die Regierung aufgefordert wird, Wölfe als "jagbare Tierart" in das Bundesjagdgesetz aufzunehmen. "Weil es mittlerweile zu viele Wölfe gibt, müssen sie bejagt werden", teilte FDP-Agrarexperte Karlheinz Busen am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP mit.

Der Antrag mit dem Titel "Gefahr Wolf - Unkontrollierte Population stoppen" soll am Freitag im Bundestagsplenum beraten werden. Auch die Linke und die AfD kündigten eigene Anträge zu den Themen Wolf und Schutz von Nutztierherden an.

Wölfe breiten sich in Deutschland seit Jahren immer weiter aus, was zunehmend zu Konflikten führt. Nach jüngsten Zahlen der Behörden lebten hierzulande zuletzt etwa 150 bis 160 erwachsene Tiere in 60 Rudeln sowie teilweise auch allein.

In dem Entwurf der FDP wird die zunehmende Verbreitung des Wolfs zwar als "Erfolg des Natur- und Artenschutzes" begrüßt, aber zugleich auf "Konfliktpotenziale im Zusammenleben zwischen Mensch und Tier" verwiesen. Vor allem Kinder könnten die mit Wolfskontakten einhergehenden "Risiken" noch nicht einschätzen. Außerdem steige die Zahl der Wolfsrisse von Nutztieren, heißt es in dem AFP vorliegenden Papier weiter.

Nach Vorstellung der Liberalen soll durch die Einbindung von Jägern in das sogenannte Wolfsmanagement daher eine "gesunde Population" angestrebt werden, deren Größe Konflikte zwischen Artenschutz und Menschen "in Grenzen" hält. Die Population sei "größer, als die Bundesregierung zugeben mag", erklärte Busen. "Eine unkontrollierte Vermehrung stellt eine große Gefahr für Nutztiere und Menschen dar."

Die Linke will die Bundesregierung in ihrem Antrag dagegen zu bundesweit einheitlichen Schutz- und Unterstützungsmaßnahmen für Weidetierhalter verpflichten, um das Konfliktpotenzial zu senken. Herdenschutz sei "eine entscheidende Voraussetzung für die gesellschaftliche Akzeptanz des Wolfs", heißt es in dem Antrag, der AFP vorlag. Die Rückkehr des Wolfs dürfe nicht länger primär als "Artenschutzhema" betrachtet werden.

Insbesondere Schafzüchter bräuchten mehr Hilfe. "Dazu gehört ein Rechtsanspruch auf bedarfsgerechte, bundeseinheitliche Hilfen zum Schutz ihrer Herden vor Übergriffen von Wölfen und Rechtssicherheit für alle Betroffenen", erklärte Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Linksfraktion.

Auch die AfD-Fraktion im Bundestag will in der laufenden Sitzungswoche einen Antrag zum Thema Wölfe einreichen, wie Parlamentsgeschäftsführer Bernd Baumann am Dienstag in Berlin sagte. Es gehe darum, die Wolfspopulation zu regulieren und eine "Obergrenze" für den Bestand der Tiere festzulegen.

Wölfe sind nach deutschem und europäischen Recht strengstens geschützt. Es ist verboten, sie zu fangen oder gar zu töten. Über den Umgang mit Wölfen, die Menschen zu nahe kommen oder Nutztiere reißen, entbrannte in den vergangenen Monaten eine zunehmend heftige Auseinandersetzung. Es wird auch darüber gestritten, ob der Bestand groß genug ist, um den Schutz zu lockern. Dabei wird auch die Bejagung ins Gespräch gebracht.