FDP will freiere Einteilung der Arbeitszeit ermöglichen

Die FDP will mit Blick auf die Digitalisierung eine freiere Einteilung der Arbeitszeit ermöglichen. Seine Partei werde einen entsprechenden Gesetzentwurf in den Bundestag einbringen, kündigte FDP- Arbeitsmarktexperte Johannes Vogel im "Handelsblatt" an. Demnach sollen die Sozialpartner per Tarifvertrag anstelle einer täglichen Höchstarbeitszeit ein wöchentliches Limit von durchschnittlich 48 Stunden und eine Verkürzung der vorgeschriebenen Ruhezeit von elf Stunden vereinbaren dürfen, wie die Zeitung am Donnerestag berichtete.

"Niemand soll mehr arbeiten oder weniger Pausen machen müssen", sagte Vogel. "Aber die Einteilung soll freier als heute sein."

Auch Union und SPD haben in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, Arbeitgebern und Gewerkschaften durch Öffnungsklauseln im Gesetz mehr Spielraum bei der Gestaltung der Arbeitszeit zu geben. Den Liberalen gehen diese Pläne nicht weit genug. Sie fordern zum Beispiel, dass verkürzte Ruhezeiten nicht nur dann möglich sein sollen, "wenn die Art der Arbeit dies erfordert", wie es heute im Gesetz heißt, sondern generell für alle Branchen erlaubt werden.

Der liberale Gesetzentwurf sei ein Kompromiss, der im Bundestag eine echte Chance auf eine Mehrheit habe, sagte Vogel dem "Handelsblatt". "Wer sich dem verweigert, muss begründen, warum er sich dem Bedürfnis der Menschen nach mehr Selbstbestimmung in den Weg stellt."