FDP-Vorstoß zur Jagd auf Wölfe stößt im Bundestag auf heftigen Widerspruch

Ein Wolf in einem Wildpark

Mit ihrer Forderung nach der Bejagung von Wölfen ist die FDP am Freitag im Bundestag auf massiven Widerstand bei anderen Fraktionen und Regierung gestoßen. Die Jagd werde die durch die Rückkehr der Raubtiere entstehenden Schwierigkeiten nicht lösen, sagte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD), in der Beratung über den von den Liberalen eingebrachten Antrag.

Auch Vertreter von Grünen und Linken übten scharfe Kritik an dem Vorstoß, den die FDP mit zunehmenden Konflikten zwischen Menschen und Tieren begründet. Die Grünen-Politikerin Steffi Lemke warf den Liberalen vor, Stereotypen wie aus dem Märchen Rotkäppchen zu nutzen. Dass es Probleme gebe, "bestreitet hier niemand". Die FDP mache aber keine sinnvollen Vorschläge zur Lösung.

Wölfe breiten sich in Deutschland seit Jahren immer weiter aus, was zunehmend zu Konflikten mit Menschen führt. Nach jüngsten Zahlen der Behörden lebten hierzulande zuletzt etwa 150 bis 160 erwachsene Tiere in 60 Wolfsrudeln sowie teilweise auch allein.

Grüne und Linke legten eigene Anträge vor, in denen sie mehr finanzielle Unterstützung für die von Wolfsrissen betroffenen Halter von Weidetieren wie Schafen verlangen. Lemke forderte "strukturelle finanzielle Verbesserungen" für ökologisch wirtschaftende Landwirte. Kirsten Tackmann von der Linken sprach sich für finanzielle Hilfen aus. Die Länder täten in diesem Bereich schon viel. "Jetzt ist der Bund in der Pflicht."

Konkrete Entscheidungen traf der Bundestag zunächst nicht. Die verschiedenen Anträge zum Thema Wolf und Herdenschutz wurden zur weiteren Beratung in dem Umweltausschuss überwiesen.

In ihrem Antrag fordert die FDP, den Schutzstatus der Tiere zu senken und sie zur "jagbaren Tierart" zu erklären, um in die Bestände eingreifen zu können. Wölfe sind nach deutschem und europäischem Naturschutzrecht streng geschützt. In Einzelfällen können als gefährlich eingeschätzte auffällige Tiere aber auch eingefangen oder getötet werden.

Der FDP-Abgeordnete Karlheinz Busen verteidigte den Antrag seiner Fraktion. Im Umland von Metropolen könne sich der Wolf nicht gefahrlos ansiedeln. Dessen Rückkehr nach Deutschland "droht zu scheitern". Es sei "unverständlich", dass für das Management der Wolfspopulation nicht das Netzwerk der Jäger genutzt werde.

Auch Vertreter von CDU und SPD forderten unbürokratischere Entschädigungsmaßnahmen sowie mehr Unterstützung etwa bei der Anschaffung spezieller Herdenschutzhunde, die Wolfsangriffe abwehren. Klaus-Peter Schulze (CDU) forderte zugleich die bessere Erforschung der Wolfsbewegungen. Carsten Träger (SPD) sprach sich für eine generelle Umschichtung im Bereich der Agrarsubventionen "zugunsten ökologischer Agrarformen" aus.

Die AfD sprach sich in einem eigenen Antrag ebenfalls für eine Regulierung der Wolfsbestände aus, sofern diese in bestimmten Regionen definierte Obergrenzen überschreiten. Ihr Vertreter Karsten Hilse warnte vor möglichen Attacken etwa auf Kinder. Angesichts des Verhaltens von Wölfen seien Änderungen in deren "Beuteschema" der "nächste logische Schritt". Zugleich betonte er, es gehe der AfD nicht darum, diese "in Massen abzuschießen".