FDP: Verhandlungen mit Taliban "zwingend nötig"

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Graf Lambsdorff

Der FDP-Außenexperte Alexander Graf Lambsdorff hält Gespräche mit den radikalislamischen Taliban für unerlässlich. "Es kann sein, dass die Taliban sich nicht geändert haben, aber dennoch muss man mit ihnen reden, aber gleichzeitig Druck aufbauen", sagte er am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin". Es sei richtig gewesen, die deutsche Entwicklungshilfe für Afghanistan nach der Machtübernahme der Taliban einzustellen.

Die Taliban seien auf ausländische Hilfe angewiesen, die wirtschaftliche Lage im Land sei katastrophal. "Das Reden ist zwar unerfreulich, aber zwingend nötig. Aber es muss vor dem Hintergrund einer Druckkulisse stattfinden", betonte Lambsdorff. Es müsse mit den Taliban darüber verhandelt werden, den Deutschen, die noch vor Ort sind, nach dem Ende der militärischen Evakuierungsmission am Flughafen eine Ausreise über zivile Flüge zu ermöglichen.

Lambsdorff beklagte unklare Vorgaben für die Rettung afghanischer Ortskräfte. Die Antworten der Bundesregierung auf die Frage, wer ausreiseberechtigt sei, seien "total vage" ausgefallen. "Das sind ja Menschen, die 20 Jahre teilweise für Deutschland gearbeitet haben - für unsere Botschaft, für die Entwicklungszusammenarbeit, für die Bundeswehr", sagte der FDP-Politiker. Viele von ihnen müssten nun fürchten, "durch das Raster zu rutschen". Dies sei eine "wirklich beschämende Situation".

bfi/gap

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