FDP-Politiker will Videotelefonie für alle Altersheime

BERLIN (dpa-AFX) - Der FDP-Bundestagsabgeordnete Otto Fricke setzt sich dafür ein, dass Senioren in allen Alters- und Pflegeheimen Zugang zu Videotelefonie bekommen. Die weitreichenden Besuchsverbote wegen der Corona-Pandemie seien gefährlich für die alten Menschen, schreibt Fricke in einem Positionspapier, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. "Was die Bewohnerinnen und Bewohner vor einem schweren Verlauf der Covid-19-Krankheit schützen soll, führt in vielen Fällen zu Einsamkeit, Verzweiflung und mit sozialer Isolation verbundenen anderen psychischen und medizinischen Problemen."

In rund zwei Dritteln der Heime gebe es keinen Internetzugang für die Bewohner - und wenn, dann oft nur mit Zusatzkosten oder nur in den Gemeinschaftsräumen. "Den Bewohnerinnen und Bewohnern von Seniorenheimen muss ein flächendeckender Internetzugang unabhängig von der Lage der Einrichtung und ihrer individuellen, finanziellen Situation ermöglicht werden", fordert Fricke. Der notwendige Schutz vor dem Coronavirus dürfe nicht zum Auslöser anderer Krankheiten werden. Fricke regt daher ein Förderprogramm zur Digitalisierung der Pflegeeinrichtungen über 70 Millionen Euro an.

Für Pflegekräfte und Familie seien die ersten Schritte der Senioren ins Internet sicher mit Anstrengungen verbunden, erklärte er. Die Anstrengung lohne sich aber, wenn die älteren Menschen dann Fotos ihrer Enkel bekommen oder sie über Videochat beim Telefonieren sogar sehen könnten.