FDP-Fraktionsvize: Atomausstieg insgesamt nicht infrage stellen

BERLIN (dpa-AFX) - Die drohende Energieknappheit ist nach Ansicht von FDP-Fraktionsvize Lukas Köhler kein Grund, den deutschen Ausstieg aus der Kernenergie insgesamt infrage zu stellen. Zwar halte er eine befristete Verlängerung der AKW-Laufzeiten für einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit. "Dabei handelt es sich aber lediglich um eine Laufzeitverlängerung um wenige Monate, eventuell auch bis ins Jahr 2024 hinein", sagte Köhler der Deutschen Presse-Agentur. "Darüber hinaus ist die Kernenergie in Deutschland keine Option."

Köhler betonte: "Auch wenn wir kurzfristig über den Weiterbetrieb der Kernkraftwerke wohl nicht herumkommen werden, sollte sich niemand falsche Hoffnungen über eine Renaissance der Kernenergie in Deutschland machen." Es sei gegenüber kommenden Generationen nicht verantwortbar, noch mehr Atommüll zu produzieren - zumal die Frage eines Endlagers weiterhin ungeklärt sei.

Einen zeitlich begrenzten Weiterbetrieb der drei verbliebenen Kernkraftwerke hält Köhler aber für richtig. Damit müsse weniger Gas für die Stromproduktion genutzt werden - und es stehe dann mehr den privaten Haushalten und der Industrie zur Verfügung. Die Zukunft aber gehöre den erneuerbaren Energien.

Die drei verbliebenen deutschen Kernkraftwerke Emsland, Isar 2 und Neckarwestheim 2 müssen nach geltendem Recht zum Jahresende abgeschaltet werden. Weil im Winter aber das Gas knapp zu werden droht, wird seit Wochen darüber diskutiert, sie länger laufen zu lassen. Vor allem CDU, CSU und FDP fordern das, inzwischen haben aber auch mehrere Grünen-Politiker ihre Zustimmung für den Notfall signalisiert.

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