FC Liverpool gibt Verpflichtung von RB Leipzigs Naby Keita bekannt

Der ungewöhnliche Transfer von Naby Keita von RB Leipzig zum FC Liverpool scheint für alle Seiten aufzugehen.

Naby Keita ist glücklich, Jürgen Klopp muss auf seinen Wunschspieler nur noch ein wenig warten, und RB Leipzig bekommt deutlich mehr Geld und Zeit für die Suche nach einem Nachfolger: Der ungewöhnliche 70-Millionen-Euro-Wechsel von Spielmacher Naby Keita zum FC Liverpool zur kommenden Saison hat auf den ersten Blick nur Gewinner.

"Für uns war immer klar, dass Naby Keita diese Saison bei uns spielt - und das war auch nicht verhandelbar. Er ist ein überragender Spieler und wichtiger Teil unserer erfolgreichen Mannschaft", sagte RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff: "Mit der jetzigen Lösung können wir uns nun wieder voll und ganz auf die spannenden sportlichen Aufgaben konzentrieren."

Keita ist der teuerste Neuzugang in Liverpools Geschichte

Die Lösung sieht vor, dass Liverpool deutlich mehr an Leipzig überweist, als die 52 Millionen Euro, die in Keitas Ausstiegsklausel für den kommenden Sommer festgeschrieben sind. Die genaue Summe ist auch erfolgsabhängig, insgesamt nach SID-Informationen sind aber insgesamt 70 Millionen Euro realistisch. 

Im Gegenzug für den teuersten Transfer ihrer Klubgeschichte müssen die Reds nicht mehr befürchten, dass Keita von einem anderen finanzstarken Klub weggekauft wird. In den vergangenen Tagen soll sich auch der FC Barcelona bei Keitas Beratern gemeldet haben. Teammanager Klopp gilt als großer Fan des technisch und physisch starken Mittelfeldspielers.

Und der deutsche Vizemeister? RB kann noch ein Jahr von Keitas enormen Fähigkeiten profitieren und hat bei der Suche nach Ersatz keinen Zeitdruck. Das war mit Blick auf die Premierensaison in der Champions League auch der Hauptgrund, das Liverpooler 80-Millionen-Euro-Angebot für einen sofortigen Wechsel abzulehnen. Im kommenden Sommer wäre Keita aufgrund der Ausstiegsklausel nicht zu halten gewesen. Sein Vertrag in der Messestadt lief noch bis 2020.

Das einzige Risiko bei dem Deal ist: Kann Keita seine Motivation im Bullen-Trikot zu 100 Prozent halten? Er selbst sagt: Ja! "Seit ich das Trikot trage, habe ich immer alles gegeben - und das wird auch bis zum letzten Pfiff in meinem letzten Einsatz so bleiben", wird Keita auf der RB-Homepage zitiert.

Nur Dembele und De Bruyne waren teurer als Keita

Zeitgleich veröffentlichte jedoch auch Liverpool ein Statement des Afrikaners auf seiner Internetseite, in dem Keita schwärmte, dass ihn das Reds-Projekt unter Klopp "außerordentlich begeistert". Der Spieler gedanklich zwischen Leipzig und Liverpool - kann das gut gehen?

Ein Beispiel aus der Vergangenheit zeigt, dass eine solche Konstellation durchaus funktionieren kann. In der Saison 2012/14 schoss Robert Lewandowski Borussia Dortmund mit 20 Tore in die Champions League, obwohl sein Transfer zu Rekordmeister Bayern München mitten in der Saison bekannt wurde.

Während Lewandowski damals ablösefrei wechselte, kassiert Leipzig immerhin die dritthöchste Ablösesumme in der Bundesligageschichte. Nur die Verkäufe von Ousmane Dembele (105 Millionen Euro plus 42 Millionen Euro Boni von Borussia Dortmund zum FC Barcelona) und Kevin De Bruyne (für 75 Millionen vom VfL Wolfsburg zu Manchester City) weisen ein größeres Transfervolumen auf. Keita war erst vor einem Jahr von RB-Schwesterklub Red Bull Salzburg für 15 Millionen Euro nach Leipzig gewechselt.