FC Bayern München: Ohne Robben zum "Ausrufezeichen" gegen Paris?

Arjen Robben fehlt dem FC Bayern bereits seit zwei Wochen. Ob der 33-Jährige noch in der Hinrunde zurückkehrt, ist derzeit offen.

Karl-Heinz Rummenigge träumt von einem Coup gegen die ungeschlagenen "Galacticos" um 222-Millionen-Mann Neymar, Jupp Heynckes will mit seiner Mannschaft "ein Ausrufezeichen" setzen - doch auf Platz eins wagt bei Bayern München keiner mehr zu hoffen. "Das ist ein unwahrscheinlicher Wunschtraum", sagte Mats Hummels vor dem Gigantenduell im Gruppenfinale der Champions League gegen Paris St. Germain am Dienstag (20.45 Uhr im LIVETICKER).

"Das Spiel gewinnen und zeigen, dass der FC Bayern nicht nur eine große Historie in der Champions League hat, sondern nach wie vor zu den Topklubs zählt", sagte Heynckes über die Marschroute, "alles andere ist unrealistisch." Er gebe seiner Mannschaft mit: "Das ist ein Spiel, in dem es ums Prestige geht. Also: Nicht ein 4:0 im Kopf haben - ein 1:0 im Kopf haben!"

Nach dem 0:3 im Hinspiel, das Carlo Ancelotti den Trainerjob gekostet und Heynckes aus dem Ruhestand befördert hatte, brauchen die Bayern einen Sieg mit vier Treffern Differenz für Rang eins, ein "Wunder von München". Aber: Noch nie hat ein Team einen Tabellenführer am letzten Spieltag mit einem derart hohen Sieg gestürzt.

"Die dritte Luft"?

Offen darüber reden will angesichts der Ausnahmekönner beim Gegner wie Neymar, Edinson Cavani, Kylian Mbappe oder Julian Draxler niemand. Vorstandschef Rummenigge hofft, dass es zumindest gelingen wird, Paris "das Bein zu stellen". Heynckes schwärmte am Montag geradezu von PSG. Von "Weltklassespieler" Neymar. Oder Mbappe. "Es ist überwältigend, was der Junge drauf hat, das ist extraklasse." Aber, betonte er, "das sind auch alles nur Menschen, und wir haben ja auch nicht ganz so schlechte Stürmer."

Ins offene Messer wie im Hinspiel, als "Rentner" Heynckes nach getaner Hausarbeit ("Kaffeemaschine säubern und entkalken") noch "als Fan" vor dem Fernseher saß, will der Rekordmeister nicht mehr rennen. "Wir werden nicht mit sechs Stürmern agieren", sagte Thomas Müller. Je nach Spielstand bekomme man "vielleicht die dritte Luft" und könne dann auf Gruppensieg gehen. "Es ist Psychologie pur", sagte Heynckes der Süddeutschen Zeitung.

Paris als Prüfstein

Gegen die geballte Offensivkraft der Franzosen werde es zunächst auf das ankommen, was er der Mannschaft seit seinem Amtsantritt vermitteln will: Stabilität. "Defensiv müssen wir stabil stehen, sonst schießen die uns ab", sagte Jerome Boateng, Heynckes betonte: "So offen wie in Paris wird die Mannschaft nicht spielen."

Der Coach erinnert sich noch immer etwas ungläubig an den Tag nach dem Debakel, als ihn sein Freund "Ulrich Hoeneß" (Heynckes) morgens "gegen acht" anrief, um ihm die Rückkehr nach München schmackhaft zu machen. Seither hat Heynckes dort viel erreicht, zehn von elf Pflichtspielen gewonnen (eine Niederlage). Paris wird nun zum echten Prüfstein. Gegen den "Emporkömmling", der "mit Fremdmitteln aufgerüstet" habe, sei "schwer anzukommen", sagte er.

Angeschlagenes PSG

Nur gut, dass sich die personelle Lage entspannt hat. Neben Müller kehrten gegen Hannover (3:1) David Alaba und Franck Ribery zurück. Der Franzose wird aber noch nicht in der Startelf erwartet. Fehlen wird Arjen Robben, der nicht am Abschlusstraining teilnahm, Kingsley Coman ist angeschlagen. Der Außenstürmer will gegen seine Landsleute eine "Botschaft an ganz Europa" schicken und "zeigen, dass wir noch immer Titelanwärter sind".

Paris scheint verwundbar. Neymar sorgt mit Starallüren weiter für Unruhe, am Samstag gab es bei Aufsteiger Racing Straßburg nahezu in Bestbesetzung die erste Niederlage. Trainer Unai Emery erwartet "ein schwieriges Spiel". Die Bayern seien zu einem Kantersieg jederzeit in der Lage, "sie gehören zu den Mannschaften, die die Champions League gewinnen können"