Ribery als Spielmacher und fröhlicher Sanches: Das brachte die US-Tour dem FC Bayern

Der FC Bayern München hat seine Reise durch die USA beendet. Unter Neu-Trainer Niko Kovac wurde an einigen Punkten gearbeitet. Fünf Erkenntnisse brachte die Vorbereitung in Amerika: Von Robbery bis Sanches.

Der FC Bayern München hat seine Reise durch die USA beendet. (Bild: Getty Images)

Die Altstars sind noch immer Leistungsträger: In den USA hatte Niko Kovac zahlreiche Talente im Kader. Allerdings hing die Leistung des Rekordmeisters zu großen Teilen noch immer an Franck Ribery (35) und Arjen Robben (34).

Der Niederländer wirbelte wie gewohnt über die rechte Seite und zeigte sich dort spritzig wie ein Mittzwanziger, während sein französischer Sidekick von Kovac einen neuen Anstrich bekam. Ribery kommt neuerdings aus der Mitte und wird so mehr zum Spielmacher denn zum Flügeldribbler.

Klar ist nach den Spielen gegen Manchester City (2:3), Juventus (0:2) und Paris Saint-Germain (3:1), dass Robbery auch in der Saison 2018/19 noch einen großen Anteil an Erfolg oder Misserfolg der Bayern haben werden.


Die Bayern haben doch einen guten Nachwuchs: Wenn in der Vergangenheit etwas beim FC Bayern kritisiert wurde, wurde recht schnell über die Jugendarbeit der Münchner gesprochen. In den USA zeigten die Talente aus dem eigenen Unterbau aber, dass sie durchaus Qualität mitbringen.

13 Nachwuchsspieler flogen mit in die USA, einige von ihnen konnten einen guten Eindruck hinterlassen. Nicht zuletzt Paul Will, der sich im Mittelfeld als ballsicher und auch physisch schon recht stark präsentierte. Offensiv brachten Meritan Shabani und Joshua Zirkzee frischen Wind ins Geschehen.

Oliver Batista Meier, Torschützenkönig der vergangenen A-Jugend-Saison, blieb dagegen etwas blasser. Nun wird sich zeigen müssen, wie Kovac weiterhin mit seinen jungen Wilden plant, denn der Kader der Bayern gibt kaum Spielraum für Talente.


Neuzugang Gnabry wird zum Lückenstopfer: Dieser Umstand könnte auch Serge Gnabry betreffen. Der Neuzugang von der TSG 1899 Hoffenheim hat allerdings ein ganz besonderes Ass im Ärmel. Seine Variabilität könnte entscheidend für Einsätze werden.

Gnabry kann nicht nur in der Spitze und auf den Flügeln spielen sondern wurde von Kovac im Laufe der USA-Reise auch als Außenverteidiger eingesetzt. Das könnte insbesondere dann attraktiv werden, wenn Juan Bernat den Verein wirklich verlassen sollte.

Dann würde Rafinha wohl mehr auf der linken Seite gebraucht werden und Gnabry könnte rechts hinten Konkurrenz zu Joshua Kimmich darstellen. So oder so ist der 23-Jährige in seinem ersten Bayern-Jahr eine Bedrohung für manch eingespielten Bayern-Star.


Renato Sanches hat wieder Spaß am Fußball: Beim letzten Testspiel gegen Manchester City war Renato Sanches aufgrund einer Verletzung nicht im Kader, zuvor konnte der junge Portugiese aber verdeutlichen, dass er unter Kovac einigermaßen Fuß gefasst hat.

Noch immer fehlt dem 20-Jährigen das Selbstverständnis von der EM 2016, das sich die Bayern erhofft hatten. Aber nach und nach scheint Sanches sich einzufinden. Er lachte, scherzte und versenkte gegen PSG einen schlitzohrigen Freistoß.

Wie es weitergeht mit Sanches ist allerdings noch unklar. Gerüchte um eine Leihe wurden kurz laut, fraglich ist aber, ob Kovac den Mittelfeldspieler nicht lieber halten will, um selbst für seine weitere Entwicklung verantwortlich zu zeigen. Es könnte das erste Meisterstück des Kroaten werden.

Zufriedenheit sieht anders aus: “Wir haben die Tage sehr gut genutzt und uns körperlich auf ein höheres Niveau gebracht“, stellte Kovac nach der USA-Reise als Fazit fest. Fortschritte wurden gemacht, noch ist beim FC Bayern aber nicht alles Gold, was glänzt.

Allerdings verloren die Bayern nach dem Sieg über PSG auch gegen Juventus und gaben gegen ManCity eine 2:0-Führung aus der Hand. “Wir werden jetzt nicht die Nerven verlieren“, war also auch so ein Satz, den Kovac fallen ließ.

Noch fehlen die WM-Fahrer, noch ist auch die Taktik des neuen Trainers noch nicht angekommen. Die ersten Schritte wurden aber gemacht – nun wird es ernst. Nicht zuletzt, weil offenbar die Abgänge von Jerome Boateng (PSG) und Arturo Vidal (Inter Mailand) bevorstehen.