FBI liefert keinen Beleg für Trumps Behauptung über Tod von Grenzschützer

Ein US-Grenzschützer nahe Prototypen von Trumps geplanter Mauer

Der mysteriöse Tod eines US-Grenzschützers, den Präsident Donald Trump für seine Attacken gegen die illegale Einwanderung angeführt hatte, ist mutmaßlich auf einen Unfall und nicht auf eine Gewalttat zurückzuführen. Zu diesem Schluss kam eine FBI-Untersuchung, wie aus einer Mitteilung der Bundespolizei vom Mittwochabend (Ortszeit) hervorging.

Bislang hätten weder die mehr als 650 Vernehmungen noch die Untersuchungen vor Ort oder sonstiges gesammeltes Beweismaterial irgendwelche Hinweise auf einen Gewaltakt ergeben, erklärte das FBI. Der 36-jährige Grenzbeamte Rogelio Martinez und sein Partner waren im November verletzt in einem Betongraben nahe der texanischen Stadt Van Horn gefunden worden. Martinez starb wenig später an seinen Kopfverletzungen, sein Partner überlebte.

Trump ging damals von einer Gewalttat aus und unterstrich seine Forderung nach einer Grenzmauer. Ein Grenzschützer sei "getötet, ein weiterer schwer verletzt worden", schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter. Die Verantwortlichen würden zur Rechenschaft gezogen, kündigte Trump seinerzeit an und fügte hinzu: "Wir werden und müssen die Mauer bauen!" Auch der Berufsverband der Grenzschützer ging damals davon aus, dass die beiden Beamten angegriffen worden seien.

Trump hat seit dem Wahlkampf immer wieder illegal ins Land gekommene Einwanderer pauschal als Gefahr für die öffentliche Sicherheit dargestellt und dabei konkrete einzelne Todesfälle durch Verbrechen und Unfälle angeführt.

So nahm er in dieser Woche den Unfalltod eines Football-Profis für eine solche Generalattacke gegen "Illegale" zum Anlass - weil der Verkehrsunfall von einem betrunkenen Zentralamerikaner ohne Aufenthaltspapiere verursacht worden war. Der Tod des Footballspielers Edwin Jackson sei "nur eine von vielen vermeidbaren Tragödien", twitterte der Präsident, der damit für seine harte Linie gegen illegale Einwanderung warb.