Favres Plan mit Bayern-Spezialist Reus

Patrick Berger
·Lesedauer: 3 Min.

Spitzenspiel, Gipfeltreffen, Titel-Kracher! Die Superlative passen besser denn je zum heutigen Bundesliga-Topspiel zwischen dem BVB und den Bayern. (ab 18.30 Uhr im LIVETICKER)

Erstmals seit elf Jahren gehen die beiden Branchengrößen punktgleich in das Duell.

Vor dem Hit stellt sich vor allem auf Dortmunder Seite die große Frage: Sitzt Top-Star Marco Reus (31) wieder nur auf der Bank?

Der Kapitän stand in dieser Saison nur in fünf von elf Pflichtspielen in der Startelf. Beim 3:0-Sieg in Brügge unter der Woche wurde er erst zur 72. Minute eingewechselt.

Wie plant Lucien Favre (63) diesmal mit Reus? Auf SPORT1-Nachfrage hielt sich Coach bedeckt: "Ich will keine Infos für unseren Gegner geben. Wir werden sehen. Marco hat trainiert. Er kommt langsam, aber sicher zurück."

Favre plant mit Reus

Nach SPORT1-Informationen plant Favre damit, die Vereinsikone im großen Spiel gegen die Bayern von Beginn an zu bringen. Reus ist schließlich der Bayern-Spezialist.

In der Bundesliga erzielte er in 17 direkten Aufeinandertreffen mit Gladbach und Dortmund schon sieben Tore und gab fünf Assists. Kein anderer aktueller Profi traf öfter gegen den Rekordmeister. Beim letzten BVB-Sieg (3:2) in der Liga vor zwei Jahren schoss Reus die Bayern mit einem Doppelpack im Alleingang ab.

"Er ist ein unglaublich wichtiger Spieler für den BVB und teilt sich mit Hummels und Witsel auch die Kapitänsbinde", meint Michael Rummenigge (56), der in den 80er und 90er Jahren für beide Klubs gespielt hat, zu SPORT1.

Zur Wahrheit gehört aber auch: Reus ist weiterhin Führungsspieler und Identifikationsfigur, aber eben nicht mehr unverzichtbar. Das war in den vergangenen Jahren durchaus schon mal anders. 214 Torbeteiligungen in 277 Pflichtspielen für den BVB sprechen für sich. Das Spiel war früher auf ihn zugeschnitten.

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Große Konkurrenz im Kader des BVB

Mittlerweile sieht das aber anders aus. Reus hat seinen Spielstil umgestellt. Ging er früher häufig in die Tiefe hinter die gegnerische Abwehrkette, lässt er sich nun immer öfter nach hinten fallen. Reus kann immer noch abgezockt sein, was er vor drei Wochen als Joker-Siegtorschütze in Hoffenheim (1:0) zeigte. Klar ist aber auch, dass der 44-fache Nationalspieler an Schnelligkeit eingebüßt hat. Vor fünf Jahren sprintete er noch 34,5 km/h, jetzt sind es nur noch 32.

Dass Reus nicht mehr ganz so unantastbar ist, liegt auch an der Mega-Konkurrenz. Mit Super-Stürmer Erling Haaland (20) hat die Borussia einen echten "Zielspieler" (Favre) vorne drin.

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Die Top-Talente Giovanni Reyna (17), von dem Favre aufgrund seiner intelligenten Spielweise, Variabilität und Zweikampfstärke ein Riesen-Fan ist, und Jadon Sancho (20) sind in großen Spielen als flexible Außenstürmer so gut wie gesetzt. Auf der Zehner-Position streitet sich Reus meist mit Julian Brandt (24) um einen Startplatz. Brandt ist allerdings weiterhin auf Formsuche.

"Marco war sieben Monate verletzt, das darf man auch nicht vergessen", sagt Rummenigge. "Er wird langsam herangeführt, ich bin gespannt, ob er von Anfang an spielt. Zur Not kann man ihn auch einwechseln. Es gibt viele Optionen, gerade in der Offensive. Da gibt es eine Riesen-Auswahl an Offensivspielern."

Mit Thomas Meunier, Brandt und Reyna gehört Reus im Übrigens zu den BVB-Profis, die in allen elf Saisonspielen auf dem Platz standen. Sechs Mal wurde er dabei allerdings als Joker gebracht. Dass er im letzten großen Spiel, im Derby gegen Schalke (3:0), nur von der Bank kam, gefiel ihm nicht. Reus ist noch nicht so weit, sich mit einer Joker-Rolle zufrieden zu geben. Er will spielen. Vor allem im Kracher gegen die Bayern.