Favoritensterben im Queen's Club

Andy Murray verließ enttäuscht den Platz im Londoner Queen's Club

Der Weltranglistenerste Andy Murray aus Schottland und French-Open-Finalist Stan Wawrinka (Schweiz) haben ihren Auftakt in die Rasensaison verpatzt.

Beim ATP-Turnier im Londoner Queen's Club schieden beide Titel-Favoriten bereits in der ersten Runde aus. Murray verlor völlig überraschend 6:7 (4:7), 2:6 gegen den Weltranglisten-90. Jordan Thompson aus Australien, Wawrinka unterlag dem Spanier Feliciano Lopez 6:7 (4:7), 5:7.

Für beide war es der erste Auftritt seit den French Open in Paris vor knapp anderthalb Wochen. Dort hatte Wawrinka Murray im Halbfinale ausgeschaltet, und der Schweizer wiederum verlor im Finale gegen den spanischen Superstar Rafael Nadal.

Murray: "Er war besser"

"Das ist ein echter Rückschlag und natürlich alles andere als ideal", sagte der enttäuschte Murray, der seine erste Niederlage auf Rasen seit fast zwei Jahren kassierte: "Er war besser als ich. Ich habe mir kaum Chancen erarbeitet und schlecht gespielt. Wenn ich so auftrete, gewinne ich in Wimbledon ganz sicher nicht."

Thompson war nur als Lucky Loser ins Hauptfeld gerutscht, weil Murrays eigentlicher Gegner Aljaz Bedene (Großbritannien) aufgrund einer Verletzung nicht antreten konnte. Im Achtelfinale geht es für den 23-Jährigen gegen Sam Querrey (USA).

Murray hatte im Vorfeld angekündigt, das Preisgeld, das er in Queen's erspielt, für die Opfer des Hochhaus-Brandes im Grenfell Tower zu spenden. Durch sein Aus in der ersten Runde beläuft sich diese Spende auf 13.595 Euro. Ob der 30-Jährige diese Summe aus eigener Tasche erhöht, stand zunächst nicht fest.

Auch Raonic scheitert

Vor Wawrinka und Murray war bereits Milos Raonic (Kanada/Nr. 3) gescheitert. Der Wimbledon-Finalist von 2016 verlor überraschend gegen den Australier Thanasi Kokkinakis 6:7 (5:7), 6:7 (8:10). Deutsche Tennis-Profis sind beim mit knapp zwei Millionen Euro dotierten Vorbereitungsturnier für Wimbledon (3. bis 16. Juli) nicht dabei.

Wawrinkas Bezwinger Lopez, der in der vergangenen Woche bis ins Finale des Turniers in Stuttgart gestürmt war, spielt in der nächsten Runde gegen den Franzosen Jeremy Chardy.