Mit dieser Faustformel will Gesundheitsminister Spahn die Deutschen auf weitere Vorsicht einschwören

·Lesedauer: 2 Min.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich an diesem Freitag mit einem Schreiben an die Gesundheitsminister der Länder gewandt. In dem Brief, das Business Insider vorliegt, attestiert der Bundesminister, dass es "gemeinsam zu gelingen scheint, die dritte Welle zu brechen". Spahn setzt seinen Appell unter den Titel "Zuversicht und Umsicht kombinieren – Perspektiven nach dem Brücken-Lockdown".

Um nach dem Lockdown die Brücke aus der Corona-Pandemie weiter zu beschreiten, müsse man sich auf vier Pfeiler stützen. Zum einen: Draußen ist es mindestens zehnmal so „sicher“ wie drinnen. Außerdem sei "eine Reduzierung der Personendichte um den Faktor 2" wichtig, denn halb so viele Leute im Raum senken das Infektionsrisiko auf ein Viertel. Diese Empfehlung ist insofern bemerkenswert, setzte doch die Bundesregierung mit der "Bundesnotbremse" gerade eine nächtliche Ausgangssperre in Gebieten mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100 durch. Die wurde nicht nur wegen verfassungsrechtlicher Bedenken kritisiert, auch ihr Nutzen wird angezweifelt, mit genau diesem Argument: der reduzierten Ansteckungsgefahr im Freien.

Unerlässlich blieben laut Spahn zudem "medizinische Schutzmasken während eines Treffens mehrerer Personen oder ein Schnelltest für alle Teilnehmer vor dem Treffen", denn dies reduziere die Infektionswahrscheinlichkeit jeweils um den Faktor 3. Spahn rät: "Maske und Testen bei allen macht auch das Familientreffen drinnen deutlich „sicherer“ – für alle." Die vierte Säule sei nach Angaben des Gesundheitsministers: "Wenn sich nur vollständig geimpfte Personen treffen, ist die Infektionswahrscheinlichkeit um mehr als 95 Prozent reduziert." Impfen mache also den entscheidenden Unterschied.

Alle Lockerungen verspricht Spahn nur mit strengem Test-Regime

Bleibt es bei einer Inzidenz unterhalb der Bundesnotbremse, dann sollten sich dennoch nur maximal ein Haushalt mit einem anderen Haushalt treffen. Am Arbeitsplatz gelte weiterhin die Homeoffice-Pflicht oder so das nicht möglich ist die Pflicht zum Tragen von Masken, die vom Arbeitgeber bereitzustellen ist. In Schulen ist zweifach pro Woche ein negativer Schnell- oder Selbsttest Voraussetzung für die Teilnahme am Präsenzunterricht. Bei allen weiteren Bereichen, die der Gesundheitsminister anspricht, wie körpernahe Dienstleistungen, Außengastronomie, den Einzelhandel, Museen, Ausstellungsorte, Bibliotheken, Veranstaltungen sowie Kontaktsport im Außenbereich gelte eine strenge Testpflicht und Kontakt-Nachverfolgungspflicht. Außer man ist geimpft oder genesen.

Im Bundesgesundheitsministerium hofft man, dass im Sommer eine Phase in der Pandemie erreicht ist, in der so viele Menschen geimpft und die Inzidenzen so niedrig sind, dass auch von Ungeimpften keine wesentliche Gefahr mehr für die Infektionsdynamik ausgeht. Wohl geht in Berlin aber die Sorge um, dass zu schnelle Lockerungen in den Ländern den erhofft guten Sommer gefährden könnten. cri

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.