Fatih Akins "Aus dem Nichts" gewinnt Golden Globe für besten fremdsprachigen Film

Fatih Akins "Aus dem Nichts" gewinnt Golden Globe für besten fremdsprachigen Film

Der deutsche Thriller "Aus dem Nichts" von Regisseur Fatih Akin ist in den USA mit einem der wichtigsten Filmpreise ausgezeichnet worden: Der an die NSU-Morde angelehnte Film mit Schauspielerin Diane Kruger wurde mit dem Golden Globe für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet. In der Königskategorie bestes Kino-Drama setzte sich der Kriminalfilm "Three Billboards outside Ebbing, Missouri" durch. Die meisten Stars kamen ganz in Schwarz gekleidet zu der Gala, um ein deutliches Zeichen gegen sexuelle Übergriffe in der US-Unterhaltungsindustrie zu setzen.

"Aus dem Nichts" des Hamburger Filmemachers Akin ist von der Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) inspiriert. Hollywoodstar Kruger spielt in dem Thriller eine Frau, deren kurdischstämmiger Mann und Sohn von Neonazis ermordet werden. Kruger war dafür bereits beim Filmfestival in Cannes im vergangenen Jahr zur besten Darstellerin gekürt worden. Der Film ist auch im Rennen für eine Oscar-Nominierung für den besten fremdsprachigen Film.

Zum besten Kino-Drama wurde "Three Billboards outside Ebbing, Missouri" von Martin McDonagh gekürt; der Film räumte in insgesamt vier Kategorien ab, darunter für das beste Drehbuch. Die Tragikomödie "Lady Bird" wurde als beste Komödie ausgezeichnet.

Der Fantasyfilm "The Shape of Water" (Das Flüstern des Wassers) war mit sieben Nominierungen als ein Favorit in das Rennen um die Auszeichnungen gegangen. Guillermo del Toro konnte sich dann auch über den Golden Globe für den besten Regisseur freuen. Bei den Auszeichnungen für die besten Schauspieler und Schauspielerinnen ging der Film aber leer aus. Gary Oldman ("Darkest Hour") und Frances McDormand ("Three Billboards Outside Ebbing, Missouri") räumten hier in der Kategorie Kino-Drama ab, in der Kategorie Komödie/Musical gewannen James Franco ("The Disaster Artist") und Saoirse Ronan ("Lady Bird").

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Dominiert wurde die diesjährige Preisverleihung von dem Skandal um sexuelle Belästigung und Vergewaltigung in der US-Unterhaltungsindustrie, der mit dem Fall des US-Film- und Fernsehmoguls Harvey Weinstein seinen Anfang genommen hatte. Die meisten Stars kamen ganz in Schwarz gekleidet zu der Zeremonie, viele brachten als ihre Begleitung zudem Aktivistinnen mit.

So kam Hollywood-Star Meryl Streep mit Ai-jen Poo, der Vorsitzenden der Nationalen Vereinigung der Hausangestellten. Unter den Gästen war auch Tarana Burke, die den Hashtag #MeToo im Internet ins Leben gerufen hatte. Unter diesem Hashtag hatten zahllose Frauen und Männer von ihren Erfahrungen mit sexuellen Übergriffen berichtet.

"Zu lange wurde Frauen nicht zugehört oder ihnen nicht geglaubt, wenn sie es wagten, die Wahrheit über die Macht dieser Männer auszusprechen", sagte Schauspielerin und Starmoderatin Oprah Winfrey in ihrer Ansprache, als sie die Auszeichnung für ihr Lebenswerk entgegennahm. "Aber diese Zeit ist vorbei. Ihre Zeit ist vorbei", rief sie dem Publikum zu. Die Wahrheit auszusprechen, sei die mächtigste Waffe.

Als Gastgeber des Abends machte Seth Meyers vom Sender NBC bitterböse Witze über die Geschehnisse. "Für die männlichen Nominierten heute Abend im Raum: Das ist das erste Mal seit drei Monaten, dass es nicht erschreckend sein wird, laut euren Namen zu hören", sagte er.

Viele Männer, die ohnehin im Smoking gekommen wären, hatten im Vorfeld demonstrativ ihre Unterstützung für den Protest bekundet und trugen zusätzlich zum schwarzen Jackett ein schwarzes Hemd.

Die Golden Globes werden vom Verband der Auslandspresse in Hollywood vergeben. Die Filmpreise gelten als Stimmungsbarometer für die Oscar-Verleihung, die in diesem Jahr am 4. März stattfinden soll.

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