Fast-Sieg in Mossul: Aber das Leiden geht weiter

Trotz des von den Irakern gefeierten Sieges über die IS-Miliz in Mossul geht die Schlacht um die bisherige Hochburg der Dschihadisten weiter. Regierungschef Haidar al-Abadi rief die Streitkräfte dazu auf, weiter zu kämpfen, bis die letzten Widerstandsnester der Extremisten beseitigt seien. Auch die Einwohner der irakischen Hauptstadt Bagdad feiern:

“Heute ist ein Ehrentag für jeden Iraker – die irakische Flagge wurde in der Provinz Ninive gehisst, der Islamische Staat wurde besiegt. Es gibt keinen Platz für den IS in Ninive”, sagt Ali Rubai.

Unterdessen dauert das Leiden der Zivilisten an. Die Vereinten Nationen (UN) erklärten, noch immer seien rund 700.000 Menschen aus Mossul vertrieben. Zehntausende suchten Zuflucht in Flüchtlingscamps im Nordirak.

“Wir müssen bedenken, dass es einen sehr großen Bereich um Mossul und andere Gebiete in anderen Teilen des Landes gibt, die infolge dieses Konflikts verwüstet worden sind. Wenn wir also an den Wiederaufbau denken, ist es nicht nur Westmossul, das Ressourcen braucht, sondern das ganze Gebiet um Mossul. Dort gibt es Städte, die die Heimat von unzähligen Menschen waren, die völlig aufgegeben wurden”, sagt Melany Markham vom Norwegischen Flüchtlingsrates (NRC).

Die humanitäre Krise ist noch lange nicht vorbei: Zehntausende Zivilisten sind in Mossul geblieben. Nach UN-Angaben sind von 54 Stadtteilen 15 stark beschädigt und 23 mäßig zerstört. Vor allem in Westen der Stadt liegen ganze Viertel in Trümmern.

Mit Mossul verliert der IS seine letzte große Hochburg im Irak und die größte Stadt, die er je unter Kontrolle hatte. Die Extremisten waren im Juni 2014 überraschend in Mossul eingefallen und hatten die Millionenmetropole innerhalb kürzester Zeit überrannt.

Mossul: Letzte IS-Kämpfer in Mossul leisten weiter Widerstand | SÜDKURIER Online https://t.co/IkEhy4oP6J pic.twitter.com/FppSpXae8F— SÜDKURIER Redaktion (@Suedkurier_News) 10. Juli 2017