Fast alle Banken in den USA bestehen zweiten Teil des Stresstests

In den USA haben fast alle 34 Großbanken den Stresstest der Notenbank Federal Reserve (Fed) bestanden

In den USA haben fast alle 34 Großbanken den Stresstest der Notenbank Federal Reserve (Fed) bestanden. Nur ein Institut, die Bank Capital One Financial, bekam am Mittwoch die Auflage, bis Jahresende einen neuen Kapitalplan vorzulegen. Aber auch bei dieser Bank billigte die Fed wie bei allen anderen Großbanken die Auszahlung hoher Dividenden an die Aktionäre.

Es war das erste Mal seit Einführung der strengen Stresstests im Jahr 2009, dass die Fed keinerlei Einwände gegen die Kapitalpläne der Banken erhob. Besonders stark hob die Bank of America ihre Dividende an: Sie stieg um 60 Prozent auf 12 Cent (0,106 Euro) pro Aktie.

Den ersten Teil des Stresstests hatten alle 34 Großbanken bestanden, wie die Fed vergangene Woche mitgeteilt hatte. Die Finanzinstitute würden demnach auch bei einem Einbruch der Weltwirtschaft verbunden mit einem Anstieg der Arbeitslosenquote auf zehn Prozent und einem Einbruch im Immobiliensektor weiterhin über genügend Kapital verfügen, um Kredite an Haushalte und Unternehmen zu vergeben.

Im nun vorgestellten zweiten Teil des Stresstests wurde die Kapitalstärke gegen die Kapitalpläne der Banken abgewogen. Die Stresstests waren als Konsequenz aus der Finanzkrise 2008 eingeführt worden, damit die Finanzinstitute eine ausreichende Kapitaldecke aufbauen und für neue Krisen gewappnet sind.

Das gute Abschneiden der Banken in den Stresstests dürfte sie darin bestärken, eine Verringerung der Bankenregulierung zu fordern. Der seit Januar amtierende US-Präsident Donald Trump hat dafür bereits seine Unterstützung signalisiert. Fed-Chefin Janet Yellen hatte am Dienstag mit Blick auf die Krise von 2008 gewarnt, Erinnerungen "neigen dazu zu verblassen".