Fast 800 Corona-Todesfälle in Russland - neuer Höchststand

·Lesedauer: 1 Min.

MOSKAU (dpa-AFX) - Mit fast 800 Todesfällen an einem Tag hat die Zahl der mit dem Coronavirus gestorbenen Menschen in Russland einen neuen Höchststand erreicht. Die offizielle Statistik des Landes wies am Donnerstag 791 Tote auf - so viele wie nie zuvor im Lauf der Pandemie. Das Land, das selbst drei Impfstoffe entwickelt hat, aber keine westlichen Präparate zulässt, verzeichnete zudem 25 293 Neuinfektionen. Russland gehört zu den weltweit am stärksten von der Ausbreitung des Virus betroffenen Staaten.

Die Behörden hatten zuletzt in einigen Regionen den Druck, sich impfen zu lassen, massiv erhöht. Eine allgemeine Impfpflicht gibt es nicht. In der russischen Hauptstadt Moskau aber zum Beispiel werden Arbeitgeber in vielen Bereichen verpflichtet, eine Impfung ihrer Mitarbeiter durchzusetzen. Es gibt massenhaft Berichte von Beschäftigten, denen Fristen gesetzt werden und mit Zwangsurlaub gedroht wird, sollten sie sich nicht impfen lassen.

Bisher sind nach offiziellen Angaben rund 30 Millionen Menschen in dem Land mit den rund 146 Millionen Einwohnern mit mindestens einer Komponente geimpft. Besonders verbreitet ist das Präparat Sputnik V, das in mehr als 60 Staaten registriert ist. Russland hofft bis zum Herbst auch auf eine EU-weite Zulassung für Sputnik V durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). In den EU-Staaten Ungarn und Slowakei wird der Impfstoff über Sondergenehmigungen verabreicht.

Nach Angaben von Kremlsprecher Dmitri Peskow soll nun mit der EU über eine gegenseitige Anerkennung von Corona-Impfzertifikate gesprochen werden. "Wir hoffen, dass es über einen Dialog mit der EU möglich sein wird, (...) Entscheidungen zu treffen", sagte er der Agentur Interfax zufolge. Ausländische Vakzine werden demnach in Russland vorerst aber nicht zugelassen: "Wir haben genug eigene Impfstoffe."

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.