Fast 3000 syrische Rebellen und Zivilisten verlassen Süden von Ost-Ghuta

Die Rebellen in der belagerten syrischen Region Ost-Ghuta haben ihren Abzug am Wochenende fortgesetzt. Fast 2800 Kämpfer und Zivilisten verließen mehrere Orte im Süden der Enklave, wie die syrischen Staatsmedien berichteten

Die Rebellen in der belagerten syrischen Region Ost-Ghuta haben ihren Abzug am Wochenende fortgesetzt. Rund 2800 Kämpfer und Zivilisten verließen mehrere Orte im Süden der Enklave, wie die syrischen Staatsmedien berichteten. Seit dem Beginn ihrer Offensive auf Ost-Ghuta eroberten die Regierungstruppen inzwischen mehr als 90 Prozent des nahe der Hauptstadt Damaskus gelegenen Gebiets zurück. Auch die letzte Islamistengruppe könnte sich bald zurückziehen.

Am Sonntag verließen mehr als 1800 Menschen die Enklave. 26 Busse brachten Kämpfer der Islamistengruppe Fajlak al-Rahman, ihre Angehörigen sowie weitere Zivilisten in die Rebellenprovinz Idlib. Am Samstag hatte bereits ein erster Konvoi mit knapp tausend Kämpfern und Zivilisten den Süden von Ost-Ghuta verlassen.

Die Evakuierungen in Arbin, Samalka und Dschobar beruhen auf einem Abkommen zwischen Fajlak al-Rahman und der syrischen Regierung sowie ihrem Verbündeten Russland. Insgesamt sollen laut der Vereinbarung rund 7000 Menschen aus der Region gebracht werden. Zuvor hatte bereits die Rebellengruppe Ahrar al-Scham den Abzug ihrer Kämpfer aus Ost-Ghuta verkündet. Mehr als 4500 Menschen, unter ihnen 1400 Rebellen, verließen am Freitag die Stadt Harasta.

Verhandlungen laufen derzeit auch mit der dritten Rebellengruppe in Ost-Ghuta, Dschaisch al-Islam, die unter anderem die Stadt Duma kontrolliert. Damit steht Machthaber Baschar al-Assad kurz davor, die gesamte Region wieder unter Kontrolle zu bringen.

Die syrische Armee hatte Mitte Februar mit Unterstützung der russischen Luftwaffe eine groß angelegte Offensive auf Ost-Ghuta gestartet. Mehr als 90 Prozent des Gebiets, das seit 2012 von zumeist islamistischen Rebellen beherrscht wurde, eroberten die Regierungstruppen seitdem bereits wieder zurück.

Seit Beginn der Offensive wurden nach Angaben der den bewaffneten Rebellen nahe stehenden Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mehr als 1600 Zivilisten getötet. Die Angaben der in Großbritannien ansässigen Organisation sind für Medien kaum zu überprüfen. Syrische Staatsmedien berichten, mehr als 100.000 Bewohner seien aus der Region geflohen.

Wegen ihrer Nähe zu Damaskus hat die Rückeroberung der Rebellenenklave Ost-Ghuta für Assad eine besondere strategische und symbolische Bedeutung. Das hunderte Kilometer weiter nördlich gelegene Idlib ist die letzte Provinz, die sich weitgehend dem Zugriff der syrischen Armee entzieht.