FARNBOROUGH/Boeing-Chef: Könnten neues Flugzeug ohne Kapitalerhöhung entwickeln

LONDON/FARNBOROUGH (dpa-AFX) - Der hoch verschuldete US-Flugzeugbauer Boeing <US0970231058> müsste sich für die Entwicklung eines neuen Passagierjets seinem Chef zufolge kein frisches Geld von Aktionären besorgen. Die Einführung eines neuen Verkehrsflugzeuges hänge vom technischen Stand der Antriebstechnik ab und davon, ob diese einen großen Unterschied zu den bisherigen Triebwerken mache, sagte Boeing-Chef Dave Calhoun der "Financial Times" (Montag) vor dem Start der Luftfahrtmesse im britischen Farnborough an diesem Morgen. "Ich glaube nicht, dass wir diese Schwelle erreicht haben", sagte Calhoun. Wenn es so weit sei, werde Boeing Geld investieren müssen. Dann werde Boeings Barmittelzufluss aber deutlich anders sein als heute.

Der US-Konzern kämpft mit einer Reihe hausgemachter Probleme, seit sein meistgefragtes Flugzeugmodell 737 Max im März 2019 nach zwei Abstürzen weltweit 20 Monate lang nicht abheben und nicht ausgeliefert werden durfte. Allerdings fährt die Produktion des Jets nur langsam hoch, außerdem darf der Konzern seit rund einem Jahr keine Langstreckenjets vom Typ 787 "Dreamliner" mehr ausliefern. Dadurch kommt seit langem wenig Geld in die Kasse, und Boeing schrieb hohe Verluste.

Inzwischen sitzt der Konzern auf einer Nettoverschuldung von rund 45 Milliarden US-Dollar (44,6 Mrd Euro). Aus Sicht von Analysten müsste der Hersteller eigentlich ein neues Flugzeug entwickeln, um dem Verkaufsschlager A321neo seines europäischen Rivalen Airbus <NL0000235190> mehr entgegensetzen zu können. Manche Branchenexperten hielten es für notwendig, dass der US-Konzern für eine solche Investition angesichts seines hohen Schuldenbergs eine Kapitalerhöhung vornehmen müsste.

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