„Eine Farce“: Anwohner verärgert über Schließung des Chorweilerbads

Das Schwimmbad bleibt bis Anfang August geschlossen – aus Personalmangel.

Viele Schwimmfreunde im Kölner Norden sind derzeit richtig sauer. In der vergangenen Woche wurde das Hallenbad in Chorweiler geschlossen, weil der Betreiber, die Köln Bäder GmbH, schlicht kein Personal hat, um das Bad wie geplant zu öffnen.

Familien stehen vor verschlossenen Türen

Drei Wochen lang sollen die Becken für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sein. „Und das mitten im Hochsommer, das ist eine Farce“, ärgert sich Edelgard Nettersheim. Die 60-jährige Weidenpescherin ist eigentlich ein großer Fan des Bads im Kölner Norden und kommt seit 32 Jahren an den Pariser Platz zum Schwimmen.

Nun aber beobachtet sie schon mal Familien, die vor verschlossenen Türen stehen und weinende Kinder, die sich auf den Schwimmbadbesuch gefreut hatten.

Die Köln Bäder GmbH hatten in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass der Betrieb in den Hallenbäder in Wahn, Rodenkirchen und Mülheim für sieben Wochen unterbrochen wird. Außerplanmäßig muss auch das Chorweilerbad seine Türen für drei Wochen schließen.

Saisonarbeiter fehlen

„Es fehlen uns besonders die Saisonarbeiter, die über einen Rettungsschein und einen Erste-Hilfe-Kurs verfügen“, erläutert Franziska Graalmann, Sprecherin der Köln Bäder GmbH. Früher hätten den Job oft Studenten gemacht, die aber wegen der verschulten Bachelor- und Master-Studiengänge immer weniger Zeit hätten.

Daher habe das Unternehmen beschlossen, die Mitarbeiter in den Sommertagen vor allem in die Freibäder zu schicken, wo die meisten Besucher kämen. So tun derzeit die etwa zehn Mitarbeiter aus Chorweiler im Stadionbad ihren Dienst. „Das war ein Abwägungsprozess, der uns nicht leichtgefallen ist“, so Graalmann.

Studenten haben keine Zeit mehr

„Bezeichnend, dass es schon wieder Chorweiler erwischt“, findet dagegen die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin von Chorweiler, Eike Danke (SPD). „Für andere Bezirke wird offenbar bessere Lobbyarbeit gemacht.“

Zwar müssten auch andere Hallenbäder pausieren, Chorweiler träfe die Schließung aber besonders, weil es keine Alternativen in der Nähe gebe. Viele Anwohner besäßen kein Auto, und die Anbindung an die Innenstadt oder zu anderen Bädern sei aus den Vierteln im Kölner Norden sei schlecht.

Anwohner sind verärgert

„Das Aqualand kostet zu viel Geld und im Fühlinger See kann man Kinder erst schwimmen lassen, wenn sie geübt sind“, sagt die Politikerin und frühere Leistungsschwimmerin des SV Rhenania. Von den Köln Bädern fordert sie nun, künftig besser zu planen, damit solche Engpässe nicht wieder vorkämen.

Ähnlich sehen das Vertreter der Sportvereine im Bezirk. Peter Barth, Leiter der Schwimmabteilung der SG Worringen, darf zwar mit seinem Verein zweimal in der Woche für jeweils zwei Stunden auch während der Karenzzeit das Bad nutzen, weil sein Verein einen eigenen Nutzungsvertrag mit der Köln Bäder GmbH abgeschlossen hat.

Abseits des Vereins bekommt er aber viel von der Stimmung im Bezirk mit. „Die Leute regen sich total auf.“ Auch Franz Bauer vom SV Fühlingen-Chorweiler ist verärgert. „Man hat uns in Chorweiler wieder vergessen.“

Öffnungszeiten der Kölner Bäder

Die Kombibäder in Höhenberg, Ossendorf, Zollstock und am Lentpark sind derzeit am Wochenende von 9 bis 20 Uhr geöffnet. Zündorfbad und Stadionbad öffnen samstags und sonntags von 10 bis 20 Uhr, das Naturfreibad Vingst von 10 bis 20 Uhr. Von Montag bis Freitag können die Kombibäder in Höhenberg und Ossendorf von 6.30 bis 20 Uhr, die anderen Freibäder von 10 bis 20 Uhr genutzt werden. In Vingst ist der Betrieb von 10 bis 19 Uhr gewährleistet.

Bei schlechtem Wetter können sich die Öffnungszeiten ändern. Schwimmfreunde sollten sich daher vor dem Badbesuch im Internet erkundigen, ob die Badeampel auf grün steht.

Die Köln Bäder GmbH unterhält 13 Schwimmbäder in der Stadt und hat 250 Mitarbeiter. (ris)...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta