"Fanden Sie denn auch etwas gut?": Senna Gammour musste "Let's Dance" verlassen

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Vielen Zuschauern und auch Herrn Llambi redete sie zu viel: Als starke Frau ließ Senna Gammour auch bei
Vielen Zuschauern und auch Herrn Llambi redete sie zu viel: Senna Gammour. (Bild: 2021 Pool/Pool)

Erst fühlte sie sich nicht willkommen, dann fanden sie Jury und Publikum zu "hart": Nach vielen Aufs und Abs war für Senna Gammour Schluss bei "Let's Dance". In der dritten Liveshow musste die Ex-Monrose-Sängerin zuvor noch jede Menge von Oberjuror Llambi einstecken.

Für die Teilnehmer von "Let's Dance" sollte es eine musikalische Zeitreise in ihr Geburtsjahr werden - für eine bedeutete es das vorzeitige Ende in der Show. "Schon als kleines Mädchen wusste ich, dass das Leben nicht nur rosa ist", erzählte Senna Gammour vor ihrem letzten Tanz: "Aber jetzt habe ich den Spaß meines Lebens und genieße wirklich jede Stunde." Eine tapfere Aussage, bedenkt man die Häme, mit der die nicht auf den Mund gefallene Sängerin seit der ersten Ausgabe der aktuellen Staffel bei RTL überzogen wird.

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"Frech" und "kein Stil" lauten noch die harmloseren Kommentare in den sozialen Medien. Und als sich Oberjurir Joachim Llambi in der ersten Show wunderte, wie Senna Gammour wohl "auf die Liste gekommen sei", folgte ihr erster emotionaler Tiefpunkt. Gut, dass es als Seelenbalsam vom Tanzpartner Robert Beitsch gab. "Standardtänze geben die Chance, das Edle, Feine und Erhabene in sich heraus zu holen", beschrieb er den anstehenden Slowfox zu "I was made for loving you" von Kiss. "Viele wissen nicht, dass auch starke Frauen Grazie haben können", so die ehemalige Monrose-Sängerin während des Trainings: "Ich fühle es langsam!"

Llambi ätzt zurück

Während Jurorin Motsi Mabuse nach der durchaus eleganten Performance "eine neue weibliche Facette" bei Senna Gammour sah, kritisierte Llambi eine gewisse Starrheit des Oberkörpers in der Tanzhaltung: "Du bist etwas zu hart da oben." Senna Gammour versuchte humorvoll zu relativieren: "Meine Brüste stehen nur sehr, sehr gut." - "Respekt, aber zu viel Information und nicht notwendig fürs Tanzen", winkte Llambi eiskalt ab: "Der Aufbau muss da sein, aber auch leben können."

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Was folgte, schienen Senna Gammour am Ende viele Zuschauer übel zu nehmen: Sie fragte nach: "Wie meinen Sie das genau? Was fanden Sie gut? Sehen Sie eine Steigerung?" - "Es war einen Tick besser als letzte Woche", rang sich Llambi daraufhin ab. "Man hört so selten etwas Gutes von ihm", unkte die Sängerin, bekam sogleich aber die nächste Breitseite: "Wenn du besser tanzen würdest, würdest du das auch öfter hören", ätzte der Juror zurück.

Noch tanzen sie versunken ihren Slowfox zu
Noch tanzen sie versunken ihren Slowfox zu

Krauses Klassiker

Nachfragen, Rückversicherungen und womöglich Widerworte - das mag die Jury, allen voran der Scharfrichter Llambi gar nicht. Höchstens, wenn sie kalauernd daherkommen. Nur so ist zu erklären, warum Mickie Krause von Show zu Show präsenter wird. Zwar wirkt der berufsmäßige Partyanheizer bei "Let's Dance" merkwürdig nüchtern und auf Imagewechsel bedacht, lieferte aber neben einer halbwegs akzeptablen Rumba zu Elton Johns "Your Song" auch Sprüche wie "Ich bin so alt wie der Opel Manta" und an seine offenkundig zahlreichen Fans gewandt: "Immer kurz vorm Schäfchenzählen zwei Mal Mickie Krause wählen!"

Krauses Pflichterfüllung als Stimmungskanone gipfelte in einer neuen Paarung, nämlich mit dem Giganten der aktuellen Staffel: Dass der isländische Fußballprofi Rúrik Gíslasson nicht nur top tanzt (und aussieht), sondern auch noch Gitarre spielt, kam ausgerechnet in einem gewöhnungsbedürftigen Duett mit Krause-Klassikern zur Geltung: "Schatzi, schenk mir ein Foto", intonierte er mit dem Urheber des Werks, und dann "Ich bin solo".

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Verhinderter Torero: RTL-Sportreporter Kai Ebel bei seinem Paso Doble.  (Bild: 2021 Getty Images/Pool)
Verhinderter Torero: RTL-Sportreporter Kai Ebel bei seinem Paso Doble. (Bild: 2021 Getty Images/Pool)

Tränenreiche Liebeserklärung

Wie gut, dass Gíslassons Talente zuvor wesentlich eindrucksvoller zur Geltung kommen konnten. Mit einem hinreißenden Jive zu "Don't worry, be happy" rockte er mit Partnerin Renata Lusin nach eigenen Worten "90 Minuten Sprint", kommentiert von einem nicht nur frisurentechnisch himmelhochjauchzenden Jorge Gonzáles: "Du hast sie kaputt gemacht." Etwas nüchtener, aber nicht minder euphorisch formulierte es Joachim Llambi: "Das war ein Musterbeispiel dafür, wie Jive auszusehen hat" 30 Punkte für einen Jive: Das gab es in der Showgeschichte erst zum dritten Mal nach Tijan Njie und Luca Hänni 2020.

Neben Disputen, besonderem Humor und explosiver Schusskraft regierten bei den Kandidaten Sanftmut und Diplomatie: So verarbeitete Boxer Simon Zachhuber die Trauer um seinen verstorbenen Hund in einem berührenden Contemporary, schwelgte Sängerin und "Let's Dance"-Siegerin von 2011 Maite Kelly beim Auftritt mit ihrem neuen Song "Einfach Hello" in Nostalgie und behandelte der ewig lächelnde Ex-"Mr. Tagesschau" Jan Hofer seine Partnerin Christian Luft beim Tango "wie ein lieber Vater, der auf seine Tochter aufpasst".

Passend endete der atmosphärische Auftritt von Nicolas Puschmann in einer tränenreichen Liebeserklärung des "Prince Charming" an seinen Freund Lars Tönsfeuerborn. Zuvor tanzte er zusammen mit Profi Vadim Garbusov noch Slowfox zu einer schwofigen Swing-Version des Metallica-Songs "Enter Sandman". "Das war out of this world! So viele schöne Momente, Gänsehaut! Wenn ich einen Song höre und euch dann tanzen sehe, dann höre ich den Song. Das war Hollywood, Baby!", lautete Motsi Mabuses Kommentar zu der 28-Punkte-Darbietung im Smoking, perspektivisch ergänzt von Daniel Hartwich: "Und nächste Show dann eine Rumba zu Rammstein."

Kai Ebels Paso Doble-Künste bringen Tanzpartnerin Kathrin Menzinger zum Brennen.  (Bild: 2021 Getty Images/Pool)
Kai Ebels Paso Doble-Künste bringen Tanzpartnerin Kathrin Menzinger zum Brennen. (Bild: 2021 Getty Images/Pool)