Nach Fan-Druck: Köln stellt Medienchef doch nicht ein

Patrick Berger
·Lesedauer: 2 Min.

Hammer-Entscheidung am Geißbockheim!

Nach SPORT1-Informationen rudert der 1. FC Köln auf Druck der Fans zurück und stellt den in die Kritik geratenen Mediendirektor Fritz Esser doch nicht ein.

Der Klub soll diese Entscheidung im Laufe des Tages bekanntgeben, an dessen Ende die Mannschaft im DFB-Pokal-Achtelfinale bei Zweitligist Jahn Regensburg antritt (DFB-Pokal: Jahn Regensburg - 1.FC Köln ab 20.45 Uhr im LIVETICKER).

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Der 39-jährige Esser, seit Dezember 2019 Head of Communications bei der DB-Tochter Schenker Logistics und ehemaliger Bild-Reporter, sollte zum 1. Mai eigentlich die Nachfolge von Tobias Kaufmann antreten und neuer Leiter Medien und Kommunikation beim Bundesligisten werden.

Das gaben die Kölner am Montag erst bekannt. "Fritz Esser passt hervorragend zu uns", sagte FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle. "Er ist ein Profi als Journalist und als vielseitig erfahrener Kommunikationsexperte. Er bringt die besten Voraussetzungen mit, um unsere Medien-Aktivitäten erfolgreich auszubauen und weiterzuentwickeln."

Breite Front gegen Esser in Sozialen Medien

Im Netz bildete sich allerdings in Windeseile eine breite Front gegen Esser. Grund dafür: Öffentliche Äußerungen in der Vergangenheit in der Bild sowie in Sozialen Netzwerken, die – so der Tenor vieler Fans – nicht zum Bild eines weltoffenen Klubs passen.

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Esser, dem eine politisch konservative Haltung nachgesagt wird, applaudierte beispielsweise vor vier Jahren per Twitter AfD-Mann Bernd Baumann, als der mit einem Göring-Vergleich im Bundestag für einen Eklat sorgte.

Der gebürtige Kölner bezeichnete außerdem öffentlich einige FC-Fans als "Schwachmaten" und verglich Ultra-Aktionen mit Neonazi-Aufmärschen in Bautzen.

Podolski unterstützt Proteste

Auf Twitter gab es deshalb unter dem Hashtag #esserraus einen Sturm gegen den Medienexperten, im Netz gab es eine Online-Petition mit knapp 4000 Unterstützern. Auch Klub-Legende Lukas Podolski meldete sich mit wütenden Smileys.

Bei Präsident Werner Wolf gingen nach SPORT1-Informationen in den letzten 24 Stunden dutzende Beschwerde per Mail und Telefon ein.

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Im Mitgliederrat, der am Montag turnusmäßig konferierte, soll es laut Express ebenfalls "Entsetzen" über die Entscheidung gegeben haben. Nun rudert der FC-Vorstand zurück und stellt Esser doch nicht ein.

Der Klub wollte das auf SPORT1-Nachfrage zunächst nicht bestätigen.