Family Offices gehen höhere Risiken ein

 

Auf der Suche nach höheren Renditen wenden sich auch die Verwalter privater Großvermögen immer riskanteren Assetklassen zu. Das (Shenzhen: 002421.SZ - Nachrichten) geht aus einer Studie hervor, die der Vermögensverwalter Campden zusammen mit der UBS (London: 0QNR.L - Nachrichten) erstellt hat.

Laut dem jüngst erschienen Global Family Office Report erwirtschafteten die privaten Vermögensverwalter im vergangenen Jahr eine Rendite von durchschnittlich sieben Prozent, während im Vorjahr nur 0,3 Prozent zusammenkamen. Vor allem Aktien und Unternehmensbeteiligungen in Form von Private Equity (IOB: 0QLS.IL - Nachrichten) (PE), die zusammen 47 Prozent der Vermögenswerte ausmachen, übertrafen die Performance von Hedgefonds und Immobilien.

Dabei sei ein eindeutiger Trend hin zu größerer Risikobereitschaft zu verzeichnen: „Insgesamt haben Family Offices ihre Liquidität reduziert und sind in Bezug auf die Assetklassen höhere Risiken eingegangen“, erklärt Sara Ferrari, die die Global Family Office Group bei der UBS leitet. In Nordamerika folge bereits die Hälfte der Family Offices einer wachstumsorientierten Investmentstrategie, während sich nur rund ein Viertel der europäischen Familiengesellschaften für riskantere Anlagen offen zeige. Im vergangenen Jahr erzielten die amerikanischen Vermögensverwalter denn auch 7,7 Prozent Rendite – der höchste Wert im internationalen Vergleich.

Ein von Family Offices besonders geschätztes Asset ist Private Equity. Dies macht laut der Studie durchschnittlich 20 Prozent des verwalteten Vermögens aus. Vor allem das Co-Investment trifft zur Zeit auf großes Interesse bei den Family Offices, erklärt Dr. Rebecca Gooch, die das Research bei Campden Wealth leitet. Beim Co-Investment beteiligen sich Investoren direkt an Unternehmen, die schon in einem Investment-Vehikel wie z.B. einem PE-Fonds verpackt sind. Die Investoren sparen dabei die Gebühren und das sogenannte Carry. Allerdings, so Gooch, haben viele Family Offices Schwierigkeiten, geeignete Partner für das Investment zu finden und stoßen an die Grenzen ihrer Ressourcen, wenn es an die Due Diligence geht. „Einige Familiy Offices, die erfolgreiche Co-Investments eingegangen sind, haben uns berichtet, dass sie ihre Geschäfte vor allem über private Netzwerke eingefädelt haben“, so Gooch. Viele hätten auch parallel zu PE-Fonds investiert, um deren Due Diligence-Kapazitäten zu nutzen.

Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung ist interessanterweise, dass fast die Hälfte der befragten Family Offices im vergangenen Jahr noch über keinerlei Nachfolgeregelung verfügen. Immerhin gibt ein Drittel der Familienunternehmen an, zumindest daran zu arbeiten.

Für die Studie befragte Campden Research weltweit 262 Family Offices und führte 25 Interviews mit Verantwortlichen und Beratern. Studienleiterin Gooch schätzt, dass weltweit rund 5.300 Family Offices existieren. Die von Campden Wealth und der UBS befragten Unternehmen verwalteten im Schnitt ein Vermögen von 921 Millionen US$.

(TG)