Familienministerin Barley will mehr Rechte für Scheidungsväter

Barley

Bundesfamilienministerin Katarina Barley (SPD) will Trennungsväter rechtlich besser stellen und die gemeinsame Erziehung von Kindern nach Ende einer Partnerschaft erleichtern. "Rund 200.000 Kinder sind jedes Jahr von der Trennung ihrer Eltern betroffen", sagte Barley der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstagausgabe). Sie benötigten Unterstützung in dieser schwierigen Lebensphase.

Barley will am Mittwoch ein Konzept vorstellen, wonach alleinerziehende Väter steuerlich entlastet werden könnten. Zerstrittene Elternpaare sollten zudem zu Beratungen verpflichtet werden, bevor sie im Streit um Kinder vor Gericht ziehen. Auch für Geringverdiener und bei der Regelung für Kindesunterhalt strebt die Ministerin Reformen an.

Barley zeigt sich grundsätzlich aufgeschlossen für Forderungen von Väterverbänden, die die Benachteiligung von Trennungsvätern kritisieren. Die steuerliche Entlastung für Alleinerziehende etwa gilt bisher nur für denjenigen Elternteil, bei dem ein Kind wohnt. Pendelt es nach einer Trennung zwischen Mutter und Vater, steht der Entlastungsbetrag nur dem Elternteil zu, der Kindergeld bezieht, meist der Mutter.

Barley hält das für ungerecht. Sie schlägt vor, ab einem Betreuungsanteil von einem Drittel auch den zweiten Elternteil steuerlich besserzustellen. Bei getrennt Erziehenden soll für beide ein Steuerabzugsbetrag von 550 Euro gelten. Die Kosten des neuen Steuermodells beziffert sie auf 270 bis 310 Millionen Euro.