Familienforscher kritisieren langsame Digitalisierung in Deutschland

dpa-AFX

DRESDEN (dpa-AFX) - Familienforscher haben vor dem Deutschen Genealogentag in Dresden die schleppende Digitalisierung von Dokumenten in Deutschland kritisiert. In anderen Ländern wie Frankreich oder den Niederlanden sei man da wesentlich weiter, sagte der Verbandsvorsitzende Dirk Weissleder der Deutschen Presse-Agentur.

"Wir hängen hinterher", betonte er. Nach seiner Ansicht sei dies eine Kapazitätsfrage. Zudem koste die Digitalisierung auch viel Geld. Dies würde dazu führen, dass kommerzielle Anbieter wie die Online-Plattform Ancestry Dokumente digital erfassen, um diese dann gegen Geld anzubieten.

Weissleder plädierte dafür, den Zugang zu Archivmaterial für die Familienforschung zu vereinfachen. "Was wir brauchen, sind Archive als Partner", sagte Weissleder. Sie müssten sich öffnen und Genealogen nicht als verrückte Leute betrachten. "Wir sind vielleicht keine Wissenschaftler, aber wir schaffen Wissen."

Von diesem Freitag an findet in Dresden der 69. Deutsche Genealogentag statt. Bis Sonntag treffen sich mehr als 700 Teilnehmer aus zwölf Ländern sowie im kostenlosen Rahmenprogramm interessierte Einsteiger.