Familie setzt nach Verschwinden von drei Italienern in Mexiko Belohnung aus

Zwei Monate nach dem Verschwinden von drei Italienern in Mexiko hat ihre Familie eine hohe Belohnung für Hinweise auf den Verbleib der Vermissten ausgesetzt. Da die mexikanischen Behörden keine Belohnung ausgeschrieben hätten, stelle die Familie zwei Millionen Pesos (rund 89.500 Euro) bereit, sagte der Angehörige Francesco Russo am Dienstag (Ortszeit) der Nachrichtenagentur AFP.

Russo sagte weiter, er könne "seine Hand nicht dafür ins Feuer legen", dass die mexikanischen Behörden überhaupt nach den drei Vermissten suchten. Bislang hätten die Behörden die Angehörigen immer noch nicht angerufen, um sie über den Fortgang der Ermittlungen zu informieren.

Die drei Italiener aus Neapel, die alle zur gleichen Familie gehören, waren Ende Januar in Tecalitlán im westlichen Bundesstaat Jalisco von örtlichen Polizisten an eine kriminelle Bande ausgeliefert worden. Ende Februar wurden vier Polizisten im Zusammenhang mit den Vorwürfen festgenommen.

Der Sohn eines der Betroffenen sagte, die drei Männer im Alter von 25, 29 und 60 Jahren seien "für 43 Euro" verkauft worden. Die mexikanischen Behörden geben an, die Italiener hätten in Mexiko Stromgeneratoren und Werkzeug verkauft. Ihre Angehörigen beteuern hingegen, dass sie als einfache Touristen ins Land gereist seien. Laut offizieller Statistik werden in Mexiko mehr als 33.150 Menschen vermisst, darunter 197 Ausländer.