Wahl-Check: Das wollen die Parteien für arbeitende Eltern tun

Noch immer dominiert das klassische Rollenbild: Familienarbeit ist Frauensache.

Der Vater bringt das Kind zur Schule, während die Mutter schon längst im Meeting sitzt. Später holt sie es aus der Kita ab, wenn der Vater noch einen Geschäftstermin hat. Am nächsten Tag ist es umgekehrt. Die Mehrheit aller Eltern möchten gerne berufliche und familiäre Aufgaben so gleichberechtigt aufteilen, zeigen Erhebungen des Familienministeriums.

Doch zwischen Wunsch und Wirklichkeit klafft eine Lücke. Denn nur 14 Prozent gelingt dies. Noch immer ist die Aufgabenverteilung zwischen Familienarbeitszeit und Beruf ungleich aufgeteilt. So arbeiten Mütter auch häufiger in Teilzeit. Jede zweite Mutter tut das sogar noch, wenn ihr Kind schon über zwölf Jahre ist. Die Nachteile: Weniger Lohn, später weniger Rente, geringere Aufstiegschancen.

Mütter gehen auch länger in Elternzeit. Während die Frauen tendenziell die Elternzeit in Anspruch nehmen, die sie sich wünschen, nehmen Väter entweder überhaupt keine Elternzeit – obwohl sie gerne möchten – oder deutlich kürzer als gewünscht. 83 Prozent nehmen eine Elternzeit von nur zwei Monaten.  Gleichzeitig wünscht sich jeder dritte Vater, mehr Zeit mit seinen Kindern verbringen zu können.

Frauen investieren mehr Zeit in den Haushalt

60 Prozent mehr Zeit bringen Frauen für Hausarbeit, Kinderbetreuung und Angehörigen-Pflege auf als Männer. Unbezahlt natürlich. Zu diesem Ergebnis kam jüngst  eine Studie vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI).

Doch wieso ist es so schwer, die Wünsche der Paare in die Realität umzusetzen? Die Gründe dafür sind vielschichtig. Sie reichen von betrieblichen und finanziellen Gründen über Karriereziele bis hin zu alten Traditionen, die nur sehr langsam aufgebrochen werden. 57 Prozent der Männer geben „Finanzen“ an, wenn sie nach den Gründen gegen eine Elternzeit befragt werden.

Die frühere Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) hatte sich in der vergangenen Legislaturperiode die Vereinbarkeit von Beruf und Familie  als Schwerpunktthema gesetzt – und dort auch diesbezüglich einiges erreicht, wenn auch mit vielen Kompromissen. „Ich brenne für diese Themen“, sagte die 43-Jährige auf ihrer letzten Pressekonferenz im Juni bevor sie das Amt an Katarina Barley abgab. „Väter sind keine Mütter zweiter Klasse“, auch dieser Satz stammt von ihr.

Familienarbeitszeitmodell geplant

Das Elterngeld Plus gehört zum Beispiel zu einem dieser Gesetze. Es ermöglicht Vätern und Müttern, Elterngeld und Teilzeitarbeit leichter miteinander kombinieren zu  können und sich die Zeiten flexibler einteilen zu können. Mit der Regelung können Paare länger Elterngeld beziehen, wenn die Mutter zum Beispiel kurz nach der Geburt wieder in Teilzeit arbeiten möchte.

In einem nächsten Schritt hatte Schwesig  geplant, das sogenannte Familienarbeitszeitmodell einzuführen. Die neue Familienministerin Barley hat bereits  angekündigt, dass sie diese Arbeit von Schwesig weiterführen werde. Das Modell sieht vor, dass Eltern jüngerer Kinder, die beide zwischen 26 und 36 Wochenstunden arbeiten, als Ausgleich 300 Euro bekommen sollen – 150 Euro für die Mutter und den...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung