Familie von Anis Amri will sich nicht mehr zum Anschlag in Berlin äußern

Ein Jahr nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt will sich die Familie des Attentäters Anis Amri nicht mehr zu der Tat äußern. Die gesamte Familie habe mit der Angelegenheit abgeschlossen, sagte Amris Bruder Abdelkader AFP in Tunesien

Ein Jahr nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt will sich die Familie des Attentäters Anis Amri nicht mehr zu der Tat äußern. Die gesamte Familie habe mit der Angelegenheit abgeschlossen, sagte Amris Bruder Abdelkader der Nachrichtenagentur AFP in Tunesien. Auch Amris Schwester Najoua lehnte einen Kommentar zu dem Anschlag mit zwölf Toten ab. "Wir wollen über das Thema nicht mehr sprechen", sagte sie AFP.

Anis Amri stammte aus der Stadt Oueslatia im Zentrum von Tunesien und hatte acht Geschwister. Nach Angaben von Abdelkader Amri leben dort nur noch die Eltern des Attentäters. Nach dem Anschlag am 19. Dezember 2016 hatten sich Angehörige Amris mehrfach gegenüber Medien geäußert. Sie hatten sich unter anderem von der Tat distanziert und Anis Amri aufgerufen, sich zu stellen.

Amri war auf dem Berliner Breitscheidplatz mit einem gekaperten Lastwagen in den dortigen Weihnachtsmarkt gerast. Er tötete zwölf Menschen, 67 weitere wurden verletzt. Auf der Flucht wurde Amri von der Polizei in Italien erschossen.

Wenige Tage nach der Tat waren auch ein Neffe Amris sowie zwei weitere Männer unter Terrorverdacht festgenommen worden. Damals erklärte das tunesische Innenministerium, die Männer seien Mitglieder einer "Terrorzelle", die in Verbindung zu Amri gestanden habe.

Der Neffe ist noch immer im Gefängnis und wir nach Angaben von Abdelkader Amri wegen seiner Kontakte zu Anis Amri belangt. Ein Sprecher der tunesischen Anti-Terrorstaatsanwaltschaft sagte, der Neffe sei wegen einer "Terrorangelegenheit" in Haft, die nicht mit dem Anschlag von Berlin in Verbindung stehe.