Falscher Fokus: „Wie soll die Aktie der Münchener Rück bloß wachsen?“

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Kann die Aktie der Münchener Rück (WKN: 843002) wachsen? Und wenn ja, wie denn eigentlich? Das sind zwei Frage, die man sich als Foolisher Investor grundsätzlich stellen darf. Für die Bewertung der defensiven Dividendenperle könnte ein moderates Wachstum zumindest eine wichtige Rolle spielen.

Um eine einfache Antwort auf diese Frage zu geben: Ja, die Münchener Rück kann vermutlich wachsen. Das Management des DAX-Rückversicherers hat schließlich schon vor einiger Zeit eine solche Prognose mit Wachstum herausgegeben. Bis zur Mitte dieses Jahrzehnts sollen Ergebnis je Aktie und Dividende im mittleren einstelligen Prozentbereich steigen.

Fragt sich bloß für so manchen Investor: Wie kann das Wachstum bei der Dividendenaktie aussehen? Und hat sich etwas durch die aktuelle Ausgangslage verändert? Hervorragende Fragen, die vielleicht einen falschen Fokus aufzeigen.

Münchener Rück: Wo soll das Wachstum herkommen?

So mancher Investor denkt sich bei der Aktie der Münchener Rück vielleicht: Wachstum ist fast unmöglich. Dieser Sommer hat gezeigt, dass die Wetterlage dem möglicherweise einen Strich durch die Rechnung macht. Starkregen in Deutschland, Hurrikans in den USA. Ohne Zweifel sind das Belastungen für die gesamte Branche und auch den DAX-Rückversicherer.

Erschwerend kommt hinzu, dass ein Konkurrent mit einer Zunahme der wetterbedingten Schäden rechnet. So glaubt die Swiss Re, dass bis zum Jahre 2040 das versicherte Schadensvolumen zwischen 30 und 63 % zunehmen könnte. Wie kann die Münchener Rück in einem solchen Marktumfeld nur wachsen?

Ganz einfach: Indem sie die Chancen nutzt, die ein solches Marktwachstum bieten. Wenn die Anzahl der versicherten Schäden auch bei der Münchener Rück steigen sollte, so heißt das im Umkehrschluss nichts anderes, als dass die Versicherungsprämien ebenfalls steigen. Entweder, weil mehr Kunden einen Schutz für ihre Vermögenswerte haben wollen. Oder weil die Preise für die Risiken durch einen höheren Wert höher ausfallen. Auch Schadensereignisse wie in diesem Sommer führen in künftigen Erneuerungsrunden in der Regel dazu, dass die Versicherungsprämien sich für die Versicherungsbranche erhöhen.

Es gibt jedoch auch noch einen weiteren Weg, wie die Münchener Rück wachsen kann. Das Management setzt schließlich auch auf neue Märkte, wie beispielsweise die Cybersicherheit. Natürlich birgt auch das gewisse Risiken. Schäden sind aufgrund der Neuheit des Marktes noch nicht so gut durchkalkuliert. Allerdings dürfte auch hier das Prämienvolumen stark steigen, was dem DAX-Konzern ein gleichsam moderates Wachstum ermöglichen dürfte.

Nicht nur in Belastungen denken!

Ich glaube, dass so mancher Investor bei der Aktie der Münchener Rück daher einen falschen Fokus besitzt. Wachstum ist nicht unmöglich, nur weil es Schäden gibt. Nein, gerade Großschadensereignisse mit verheerenden Konsequenzen zeigen, dass solche Versicherungslösungen notwendig sind. Es ist im Endeffekt das Geschäft des Rückversicherers, genau das zu versichern. Solange das Management stets langfristig gut kalkuliert, Risiken zu adäquaten Preisen versichert, die Prämien steigen und die Kostenquote nicht klettert, heißen mehr Prämien auch mehr Gewinne. So einfach ist die Mathematik dahinter.

Insofern ist Wachstum möglich, weil der Unwetter- und der Markt der Cybersicherheit zwei Wachstumsmärkte sein können. Das Management der Münchener Rück setzt jedenfalls auf beide Märkte, um die soliden Prognosen für die nächsten Jahre zu rechtfertigen.

Der Artikel Falscher Fokus: „Wie soll die Aktie der Münchener Rück bloß wachsen?“ ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Vincent besitzt Aktien der Münchener Rück. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2021

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